VLÖ zeichnete Nationalratspräsident Walter Rosenkranz mit der Silbernen Ehrennadel aus

Feierlicher Festakt im Haus der Heimat: Würdigung für die historische Verankerung der Heimatvertriebenen im Hohen Haus sowie die Unterstützung der altösterreichischen Volksgruppen

Wien – Am Montag, dem 12. Oktober 2026, besuchte der Präsident des Nationalrates,  Dr. Walter Rosenkranz, das „Haus der Heimat“ in Wien. Im Rahmen eines feierlichen Festakts im Rudolf-Reimann-Saal verliehen ihm die Spitzen des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) die Silberne Ehrennadel des Verbandes. Mit dieser Auszeichnung würdigt der VLÖ den maßgeblichen Einsatz von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz für eine lebendige, umfassende Erinnerungskultur sowie für die sichtbare Repräsentation der altösterreichischen Heimatvertriebenen und Minderheiten im Herzen der österreichischen Demokratie.

Ausstellung „BLICKWECHSEL“ und Verankerung im Parlament

In seiner Begrüßungsrede hob VLÖ-Präsident Norbert Kapeller hervor, dass es maßgeblich der Initiative und Federführung von Walter Rosenkranz zu verdanken sei, dass das Schicksal und die historische Leistung der Heimatvertriebenen – unter anderem durch die Parlamentsausstellung „BLICKWECHSEL. Das Erbe Altösterreichs“ – erstmals dauerhaft und prominent im Hohen Haus thematisiert werden:

„Über Jahrzehnte hinweg fehlte dieser wesentliche Teil der Zeitgeschichte im parlamentarischen Diskurs. Es war deine persönliche Initiative, dass unsere Geschichte, unsere Identität und der schwere Weg der Integration im Parlament sichtbar gemacht wurden. Dafür gebührt dir unser aufrichtiger Dank“, so Kapeller.

„Über Jahrzehnte hinweg fehlte dieser wesentliche Teil der Zeitgeschichte im parlamentarischen Diskurs. Es war deine persönliche Initiative, dass unsere Geschichte, unsere Identität und der schwere Weg der Integration im Parlament sichtbar gemacht wurden. Dafür gebührt dir unser aufrichtiger Dank“, so Kapeller.

Im Bild (v.l.n.r.): VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller, VLÖ-Vizepräsident Mag. Gerhard Schiestl, Nationalratspräsident Dr. Walter Rosenkranz, VLÖ-Vizepräsident DDr. Rüdiger Stix

Der Besuch stand zudem im Zeichen intensiver politischer und rechtlicher Arbeitsgespräche. Kapeller berichtete von den vorangegangenen Terminen mit Vertretern der Gottscheer und Deutsch-Untersteirer bezüglich der Anerkennung als autochthone Minderheit in Slowenien sowie von den offenen Rechts- und Grundbuchfragen der Karpatendeutschen in der Slowakei.

Darüber hinaus thematisierte der VLÖ-Präsident die drängenden kulturpolitischen Herausforderungen des Verbandes: Nach dem Brand in den Räumlichkeiten der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) im August 2023 – bei dem wertvolle Kulturgüter unwiederbringlich vernichtet bzw. stark in Mitleidenschaft gezogen wurden – sowie angesichts drastischer Förderkürzungen im Bundesbudget benötige die Vertriebenen- und Kulturarbeit eine verlässliche gesetzliche Absicherung und partnerschaftliche Unterstützung durch die Republik.

Rosenkranz: „Kultur und Herkunft stiften Identität – Geschichte gehört ins Bewusstsein der Jugend“

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz nahm die Auszeichnung mit großer Dankbarkeit entgegen und betonte in seiner Rede den unschätzbaren Wert der Erinnerungsarbeit:

„Diese Auszeichnung erfüllt mich mit großer Demut. Als Nationalratspräsident ist es mir ein persönliches Herzensanliegen, dass alle Wurzeln und Schattierungen unserer Geschichte ihren gebührenden Platz finden. Im Parlament ist vieles zur Zeitgeschichte zu sehen, aber das Schicksal der Altösterreicher bzw. der Heimatvertriebenen hat lange Zeit gefehlt – das durfte nicht so bleiben. Was Sie hier im Haus der Heimat an Sammlungen, Schriften und Zeugnissen aus der alten Heimat bewahrt und herübergerettet haben, ist unbezahlbares Kulturgut und zugleich eine unersetzliche Leistung für unser Land. Unsere Kultur, Sprache und Herkunft stiften Identität. Gerade wenn wir sehen, welche Lücken heute oft im Geschichtsunterricht junger Menschen klaffen, ist es unsere Pflicht, diese historischen Tatsachen greifbar und lebendig zu halten. Wir müssen dafür sorgen, dass das Andenken an unsere Vorfahren und ihr hartes Schicksal nicht in Vergessenheit gerät, sondern fester Bestandteil unseres kollektiven Bewusstseins bleibt. Ich verstehe die Anliegen der altösterreichischen und autochthonen Minderheiten aus tiefstem Herzen und werde auch im diplomatischen Dialog mit unseren Nachbarstaaten weiterhin dafür eintreten, dass sie Gehör und Gerechtigkeit finden. Mein Beitrag dazu ist mir eine Selbstverständlichkeit, und ich werde diesen Weg konsequent weitergehen.“

Rosenkranz kündigte zudem an, das Thema verstärkt über die Parlamentsbibliothek und Bildungsformate wie die Demokratiewerkstatt an die nächste Generation heranzutragen. Neben einem Rundgang durch die Räumlichkeiten des Hauses der Heimat stand für Nationalratspräsident Rosenkranz abschließend vor allem der persönliche Dialog mit den anwesenden Vertretern der Landsmannschaften im Mittelpunkt.

Bei einem Rundgang durch das Haus der Heimat machte sich Nationalratspräsident Dr. Walter Rosenkranz ein detailliertes Bild vom Zustand der Räumlichkeiten der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich, in denen im August 2023 ein verheerender Brand zahlreiche Archivgüter vernichtet hatte.