Symbolische Rückkehr in die Heimat: Werk von Oskar Sommerfeld an den Deutschen Volksverband in Subotica übergeben

Auf Initiative von Edith Urbanner, der Witwe des gebürtigen Donauschwaben und langjährigen Präsidenten des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ), Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, wurde ein bedeutendes Gemälde des donauschwäbischen Malers Oskar Sommerfeld an seine Bestimmung übergeben. Die Schenkung markiert eine tiefe Verbundenheit zwischen der Geschichte der Donauschwaben und ihrer heutigen kulturellen Arbeit.

Bettina Kapeller-Schramm und Rudolf Weiss anlässlich der Übergabe des Gemäldes des donauschwäbischen Künstlers Oskar Sommerfeld. (Quelle: VLÖ)

Kürzlich überreichte Bettina Kapeller-Schramm, Organisationsreferentin des VLÖ, das Werk feierlich an Rudolf Weiss, den Präsidenten des Deutschen Volksverbandes in Subotica, dem ehemaligen Maria Theresiopel. Die Übergabe ist nicht nur ein Akt der Kunstförderung, sondern auch ein Zeichen der Erinnerungskultur.

Heimkehr eines Meisters der donauschwäbischen Identität

„Nun kehrt ein besonderes Werk des aus Inđija stammenden Malers in seine geliebte Heimat zurück“, betonte Bettina Kapeller-Schramm während der feierlichen Übergabe. Das Gemälde findet seinen Platz in einer Region, die Sommerfeld zeitlebens künstlerisch geprägt hat.

Oskar Sommerfeld (1885–1973), ein akademischer Maler aus Syrmien, gilt als einer der bedeutendsten Chronisten des donauschwäbischen Lebens. Geboren in Indija erlangte er zunächst durch seine atmosphärischen Landschaftsbilder internationale Anerkennung. Später setzte er sich in seinen Arbeiten intensiv mit den traumatischen Erfahrungen von Flucht und Vertreibung auseinander, was insbesondere in seinem eindrucksvollen Zyklus „Donauschwäbische Passion“ zum Ausdruck kommt.

Ein Ehrenplatz in Subotica

Für den Deutschen Volksverband in Subotica stellt die Schenkung eine wertvolle Bereicherung dar. Rudolf Weiss bedankte sich herzlich für die Initiative von Edith Urbanner und die Übergabe durch den VLÖ. „Das Bild, welches das Schicksal unserer Vorfahren so beeindruckend zeigt, erhält in unserem Vereinshaus im Veranstaltungssaal einen Ehrenplatz. Es ist eine tägliche Erinnerung an unsere Wurzeln und die Geschichte, die uns verbindet“, so Rudolf Weiss.

Mit der Platzierung im Veranstaltungssaal des Vereins wird das Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und dient künftig als kultureller Ankerpunkt für die Gemeinschaft.

Donauschwäbischer Pastor Lutz Bauer zu Besuch im „Haus der Heimat“

Kürzlich besuchte der donauschwäbische Pastor Dr. Lutz Bauer auf Einladung von VLÖ-Präsident Norbert Kapeller das „Haus der Heimat“. Bauer und Kapeller waren einander anlässlich eines Arbeitsgespräches in der österreichischen Botschaft in Belgrad im Herbst 2023 auf Initiative des dortigen Botschafters Mag. Christian Ebner begegnet.

Lutz Bauer ist im Auftrag der Deutschen Evangelischen Kirche in Serbien und Bosnien für die dortigen evangelischen Gemeinden zuständig, die vormals von evangelischen Donauschwaben gegründet wurden. So setzt er Initiativen der Versöhnung in Franzfeld/ Kačarevo im Banat und nun auch in Franzjosefsfeld/Novo Selo in Bosnien mit dem Versuch, die dortige Kirche zu renovieren.

Kapeller führte gemeinsam mit Christine Lehr von der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Österreich den Pastor durch das „Haus der Heimat“ und erläuterte ihm dabei auch die Neuausrichtung nach dem Brandereignis vom August 2023 mit dem sogenannten „Lernort Österreich“ und einem digitalen, wissenschaftlich aufgearbeiteten Archiv in Zusammenarbeit mit der Universität Wien. Vereinbart wurde, dass gemeinsam neben dem Gedanken der Versöhnung und Völkerverständigung auch am Erhalt der altösterreichischen Geschichte im Banat und in Bosnien zu arbeiten ist.

v.l.n.r.: Pastor Dr. Lutz Bauer, Christine Lehr und VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller