Budapest/Wien – Im Rahmen eines mehrtägigen Besuchs der Arbeitsgruppe für Vertriebene und Aussiedler der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bei den deutschsprachigen altösterreichischen Minderheiten in Ungarn und Slowenien fand in der Karwoche im April 2026 ein Zusammentreffen mit dem VLÖ in Budapest statt.

Die Delegation bestand aus dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, Klaus-Peter Willsch (MdB), sowie den stellvertretenden Vorsitzenden: dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Christoph de Vries (MdB), und BdV-Präsident Stephan Mayer (MdB). Begleitet wurde die Gruppe von Hartmut Koschyk, dem Vorsitzenden des Stiftungsrates der „Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“, langjährigen Bundestagsabgeordneten sowie ehemaligen Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.
VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller und Vizepräsident DDr. Rüdiger Stix dankten der Delegation ausdrücklich für die ideelle und finanzielle Unterstützung der Minderheiten in den ehemaligen Kronländern der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Meilenstein für Deutsch-Untersteirer und Gottscheer
„Besonders hervorzuheben ist, dass nun auch die Deutsch-Untersteirer und die Gottscheer in Slowenien in die Förderprogramme aus Berlin aufgenommen wurden“, erklärte Kapeller erleichtert. Der VLÖ-Präsident war selbst an den entsprechenden Verhandlungen in Berlin beteiligt. Dass sich Deutschland über alle Parteigrenzen hinweg institutionell und finanziell für alle deutschsprachigen Altösterreicher in der ehemaligen Donaumonarchie einsetzt, empfinden Kapeller und Stix als vorbildlich – und gleichzeitig als beschämend für die offizielle Republik Österreich, die vergleichbare Initiativen vermissen lässt.
Ein zentrales Ziel des Treffens war die Forderung nach einem gemeinsamen Vorgehen Deutschlands und Österreichs, um eine rechtlich zeitgemäße Anerkennung der deutschen Volksgruppe in Slowenien zu erreichen.
Kritik an österreichischer Passivität Kapeller und Stix verwiesen auf die deutsche Vertriebenenpolitik in Bund und Ländern, die trotz ähnlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen jährlich mindestens 40 Millionen Euro investiert und diese Mittel aktuell sogar aufgestockt hat.
„In Österreich ist die Situation eine gänzlich andere“, kritisieren Kapeller und Stix. „Derzeit stehen für unsere Arbeit in Österreich keine Mittel zur Verfügung. Eine historische Verantwortung für die deutschsprachigen Altösterreicher in unseren Nachbarstaaten scheint in Wien kaum bekannt zu sein.“ Auch das Projekt, die gemeinsame Geschichte als Teil der österreichischen Identität im „Lernort Österreich“ im Haus der Heimat dauerhaft zu sichern, komme im dritten Jahr der Verhandlungen nicht voran. „Wir hoffen, dass unsere Arbeit – analog zum deutschen Vorbild seit 1949 – endlich aus dem parteipolitischen Hin und Her befreit wird und es zu einer nachhaltigen Lösung kommt“, so die VLÖ-Spitze abschließend.