Wehrhaftes Österreich – Österreich rüstet sich

Vortrag von GenLt Bruno Hofbauer am Dienstag, den 10. Juni 2025, im „Haus der Heimat“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum Heimat“ lädt VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller gemeinsam mit seinen VLÖ-Vorstandskolleginnen und -kollegen am Dienstag, den 10. Juni 2025 um 18 Uhr in das „Haus der Heimat“ ein: „Wir freuen uns besonders, dass GenLt. Bruno Hofbauer zu Gast im ‚Haus der Heimat’ sein wird und einen Vortrag mit dem Titel ‚Wehrhaftes Österreich – Österreich rüstet sich’ halten wird“, so Kapeller vorab.

„Aus organisatorischen Gründen ersuchen wir interessierte Gäste bereits jetzt um ihre Anmeldung unter 01/7185905 bzw. per E-Mail an sekretariat@vloe.at“, ergänzt Kapeller, der sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom VLÖ-Vorstand auf diese Veranstaltung gemeinsam mit Generalleutnant Hofbauer im Kulturzentrum „Haus der Heimat“ freut.

80 Jahre Flucht, Vertreibung, Deportation: Erinnerung – Gegenwart – Zukunft

Veranstaltung am 18. Februar 2025 im Bayerischen Landtag – VLÖ-Präsident Norbert Kapeller als Podiumsgast

Am 18. Februar 2025 gedachten mehr als 200 geladene Gäste auf Einladung der CSU unter dem Titel „80 Jahre Flucht, Vertreibung, Deportation: Erinnerung – Gegenwart – Zukunft“ im Bayerischen Landtag der Ereignisse vor acht Jahrzehnten. Neben Ministerpräsident Dr. Markus Söder, MdL nahmen unter anderem die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, die CSU-Fraktionsführung und zahlreiche Mitglieder des Bayerischen Landtages teil.

Gruppenfoto von der Veranstaltung im Bayerischen Landtag 18.2.2025
Gruppenfoto anlässlich der Veranstaltung im Bayerischen Landtag am 18. Februar 2025

Begrüßt wurden die Anwesenden vom Vorsitzenden der CSU-Fraktion Klaus Holetschek, MdL. Durch das Programm führten Dr. Petra Loibl, MdL (Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene) sowie Josef Zellmeier, MdL (Vorsitzender der Arbeitsgruppe Vertriebene, Aussiedler, Partnerschaftsbeziehungen).

Ministerpräsident Söder würdigte in seiner Ansprache die Leistung der Heimatvertriebenen für den Freistaat Bayern und betonte, dass Bayern ohne Vertriebene nicht die Erfolgsregion Europas wäre. Ebenso ist für ihn selbstverständlich, dass Bayern neben der emotionalen und ideellen Unterstützung weiterhin seine Heimatvertriebenen mit jährlich über 10 Mio. Euro institutionell wie auch projektbezogen fördern wird.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen der bayerische Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV), Christian Knauer, der Landesobmann der Sudetendeutschen in Bayern, Steffen Hörtler, der rumänische Unterstaatssekretär Thomas Sindilariu und VLÖ-Präsident Norbert Kapeller über familiäre Fluchtschicksale und Zukunftsperspektiven.

Besonders interessierte die bayerischen Gastgeber die Rolle Österreichs nach 1945 als Aufnahmeland und welche Bedeutung vor allem die Heimatvertriebenen aus dem alten Österreich hatten und haben. Dazu führte der VLÖ-Präsident Norbert Kapeller selbstkritisch aus, dass Österreich bestenfalls Transitland war und sogar tausende direkt im Grenzraum zu Ober- und Niederösterreich lebende Böhmerwäldler und Südmährer in das zerstörte Deutschland weiterschickte. In Summe wurden vergleichsweise nur 500.000 Altösterreicher dauerhaft in Österreich sesshaft und alleine davon 150.000 bereits 1918 nach dem Zerfall der Monarchie. In Österreich gab es kein Grundgesetz mit automatischem Recht auf die Staatsbürgerschaft, keinen Lastenausgleich und in Summe förderte die Republik Österreich seine Heimatvertriebenen in den letzten 80 Jahren mit weniger finanziellen Mitteln, als der Freistaat Bayern es allein jährlich tut.

„Die Moskauer Deklaration hat eine Opferrolle ohne historische Verantwortlichkeiten ermöglicht“, so Kapeller über diese „Kindesweglegung“ im Zuge der Gründung der Zweiten Republik.

In seinem Plädoyer zeichnete Kapeller aber auch die Zukunft am sogenannten „Lernort Österreich“ im „Haus der Heimat“ in Wien auf, wo dauerhaft sichergestellt werden soll, dass die Altösterreicher nicht auch noch aus der Geschichte vertrieben werden. In einem virtuellen und KI-unterstützten Rahmen sollen sowohl die Kulturleistung als auch die Integrationskraft für die Gegenwart als Lernort dargestellt werden.

„Die heimatvertriebenen Altösterreicher blicken einer neuen handlungsfähigen Regierung, welche diese wichtigen Bereiche analog zum Freistaat Bayern – mit dem sich Österreich gerne vergleicht – gespannt entgegen“, so Kapeller abschließend.

Aktuelle Ausstellung am Südmährerhof

Sehen Sie hier Impressionen von der aktuellen Ausstellung am Südmährerhof im Freilichtmuseum Niedersulz.

Einweihungsfeier der „Steinernen Gedenkstätte“

Am 5. Oktober 2024 fand mit über 200 Teilnehmern eine würdige Einweihungsfeier der „Steinernen Gedenkstätte“ auf dem Bachern statt.

Finden Sie hier den vollständigen Ablauf inkl. aller Ansprachen in Deutsch und Slowenisch sowie ein paar Impressionen.

Ansprachen

Impressionen

Geburtstagsfeier zu Ehren von Giselherr Gutmann

Am 2. Oktober 2024 beging Giselher Guttmann, der erste Psycho Brains Scanner der Welt, seinen 90. Geburtstag.

Unter den Gratulanten waren der Großneffe Sigmund Freuds Dr. Peter Schütz, Ausbildung- und Supervisionstherapeut, sowie Prof. DDr. Salvatore Giacomuzzi, Gerichtssachverständiger und habilitierter klinischer Psychologe, die eine Trauma Beratung für Zeitzeugen und ihre Familien im Lernort Österreich ermöglicht haben.

80 Jahre Siebenbürger Sachsen in Österreich

Vor 80 Jahren – den Wurzeln entrissen

„Sorge dich nicht, der liebe Gott schützt dich und der liebe Gott ist schonlängst dort, an jenem fremden Ort, wo du mit deinem Kind hinkommst.“ Dies waren die bedeutungsvollen tröstend sollenden Worte eines Tschippendorfers an sein 20jähriges Mariechen, als diese mit ihrem einjährigen Sohn im September 1944 gemeinsam mit vielen Müttern und deren Kindern ins Ungewisse aufbrach. Niemand wusste wohin die Reise ging, der Trennungsschmerz war unsäglich, die Erwachsenen, die sich am Bistritzer Bahnhof verabschiedeten, weinten lauter als die Kinder.

Der 14. Heimattag von 20. bis 22. September 2024 in der Patenstadt der Heimatvertriebenen, in Wels, ausgerichtet vom Verband der Siebenbürger Sachsen in Österreich, stand ganz im Zeichen der Ereignisse vor 80 Jahren, der Evakuierung und Flucht aus Siebenbürgen. So war die Gedenkveranstaltung am Freitagabend als Einleitung zum Heimattag diesem Geschehen gewidmet. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als die über 250 Besucher und Besucherinnen der Lesung vom Schauspieler Denis Riffel, dem zur Lesung passenden Klängen der Harfe und den historischen Bildern der Evakuierung und Flucht aus Siebenbürgen, zuhörten.

Die Aufzeichnungen des ehemaligen Bürgermeisters aus Tschippendorf waren nur ein Schicksal von tausenden. Als 1944 die im Norden des Karpatenbogens, im sogenannten Nösnerland siedelnde Bevölkerung, (d.i. das Umland der Städte Bistritz und Sächsisch-Regen) sowie aus sieben Grenzgemeinden dieses Gebietes (Felldorf, Rode, Maniersch, Draas, Zuckmantel, Zendersch und Katzendorf) evakuierten Siebenbürger Sachsen vor der herannahenden Ostfront evakuiert wurden, war halb Europa im Aufbruch. Ihre Flucht endete für die Mehrzahl im damaligen Gau Oberdonau, heute Oberösterreich und im Salzburgischen, einige der Trecks wurden nach Bayern weitergeleitet. In ihren Aufnahmeorten haben sich die Siebenbürger Sachsen mit Fleiß und Ausdauer unter Wahrung ihrer Gemeinschaft und Volkskultur eingelebt und sind heute in ihren Wohnorten anerkannte und geschätzte Bürger. Dem Ende der historischen Besiedlung und kulturellen Prägung der alten Heimat steht der Anfang eines neuen Abschnittes unserer Geschichte mit neuen Gemeinschaftsaufgaben gegenüber. Die Fluchtbewegung begann am 9. September 1944, in Wagentrecks und Bahntransporten verließen ca. 40.000 Nordsiebenbürger die von Ihnen seit Jahrhunderten durch Gemeinschafts- und Familiensinn, evangelische Glaubensfestigkeit, Ordnungssinn, Fleiß und Traditionsbewusstsein kulturell und wirtschaftlich geprägten Heimat.

Die Trecks erreichten nach mühevoller Flucht Anfang November die damalige Reichsgrenze. Einige wurden in Niederösterreich von der Roten Armee überrollt und zurückgeleitet, der größere Teil erreichte Oberösterreich, wo ca. 30.000 Flüchtlinge in über 20 Landgemeinden der Bezirke Braunau, Ried, Eferding, Vöcklabruck, Gmunden, Linz-Land, Steyr-Land und Wels untergebracht wurden. Durch Übersiedlungen nach Deutschland, Kanada und USA verringerte sich die Zahl der in Oberösterreich auf Dauer ansässig gewordenen Siebenbürger Sachsen bis 1950 auf ca. 20.000. Die Zuzügler fanden nach dem Krieg, vorwiegend in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und später in den Industriebetrieben der Städte, Arbeit. Durch ihre Teilnahme am Aufbau des kriegszerstörten Landes, durch die Sozialkontakte des Alltagslebens und auch durch das Bewusstwerden ehemaliger historischer Gemeinsamkeiten zwischen Österreich und Siebenbürgen kam es für die Siebenbürger Sachsen zu einem Integrationsprozess, welcher vor allem durch das Bekennen ihrer historischen Gemeinschaft und die Pflege ihres Brauchtums und ihrer auch kirchlichen Traditionen seinen Ausdruck findet.

Auf diesen Grundlagen haben die Siebenbürger Sachsen in Österreich nach 1945 (rechtlich nach 1954) eine neue Heimat gefunden, in zehn Niederlassungsorten evangelische Kirchen gebaut, ihre Gemeinschaften erhalten und in ihrer Geschichte einen Neubeginn gesetzt. Alle bisher durchgeführten Heimat-, Gedenk- oder Erinnerungstage dienten der Bewältigung und Aufarbeitung der Vergangenheit, die Geschichte ist unveränderlich, und trotz der erlittenen Verluste, der Schicksale, der Heimatlosigkeit ist es die Dankbarkeit, die an einem Gedenktag im Vordergrund stehen soll.

Bundesobmann Kons. Manfred Schuller begrüßte die vielen Ehrengäste und leitete in die Gedenkveranstaltung ein, der viele Ehrengäste aus Nah und Fern beiwohnten.

Video der Begrüßung

Die berührende Lesung vom Schauspieler Denis Riffel aus Deutschland, die der Stimmung angepassten Klänge der Harfenmusik und die historischen Bilder, die gezeigt wurden, hinterließen bei allen einen bleibenden Eindruck. Eine Podiumsdiskussion, bei der Gäste aus Kultur, Kirche, Wissenschaft und Politik beiwohnten, folgte der Lesung.

Dr. Paul Jürgen Porr, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), Dr. Ingrid Schiel, Geschäftsführerin des Siebenbürgen-Instituts und Leiterin der Siebenbürgischen Bibliothek mit Archiv, Renate Bauinger, Superintendentialkuratorin der Evangelischen Kirche A.B. in Oberösterreich, den Ehrenbundesobmann der Siebenbürger Sachsen in Österreich, Pfarrer HR Volker Petri, Ing. Norbert Kapeller, Präsident des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ), sowie Christa Raggl-Mühlberger (FPÖ), Vizebürgermeisterin von Wels, Patenstadt der Heimatvertriebenen, stellten sich den Fragen von Dr.in Christine Haiden, eine in Oberösterreich erfolgreiche, bekannte Journalistin. Thema der Podiumsdiskussion war die Erinnerungskultur – Gestern – Heute – Morgen. Das Geschehen von damals ist Geschichte, die Menschen haben weitergelebt und eine neue Kultur geschaffen und die nächsten Generationen kennen die Kultur der Vorfahren nur mehr aus Überlieferung. Muss oder soll man etwas davon konservieren? Wie haben die Siebenbürger Sachsen in ihrer neuen Heimat die Kultur bereichert? Was kann man aus dieser Geschichte für den Umgang und die Integration von vertriebenen Menschen heute lernen?

Mit Aufmerksamkeit verfolgten die Gäste die Diskussion und mit einem anschließenden Umtrunk ging der erste Teil des Heimattages zu Ende. Zeitgleich fand in der Welser Stadthalle der Begrüßungsabend für die teilnehmenden Tanzgruppen statt, ein Kennenlernabend und die Vorbereitungen für den nächsten Tag.

Mit blauem Himmel und wolkenfrei, startete der Heimattag dann am Samstag. Der Wettergott meinte es überaus gut, schon morgens lachte die Sonne vom Himmel, die Trachtenträger und Trachtenträgerinnen, die von allen Seiten, aus Deutschland, Siebenbürgen und die Landsleute aus den Bundesländern anströmten, verschönerten zudem das Bild, welches sich vor der Stadthalle bot. Der Festzug formierte sich mit allen Beteiligten und die Musikkapellen, aus Deutschland und aus Traun, gaben den Gleichschritt vor, so zog man durch die Innenstadt von Wels, empfangen vom Applaus vieler Zuschauer und Zuschauerinnen. Welches Bild, welche Freude!

Als sich alle Trachtenträger und Trachtenträgerinnen vor der Stadthalle nach dem Festumzug aufstellten, spürte man die Verbundenheit der Siebenbürger Sachsen, eine große Gemeinsamkeit, die sich eingefunden hatte. Bundesobmann Manfred Schuller eröffnete den Heimattag und dankte allen für ihr Kommen, jeder Einzelne sei eine Bereicherung.

Namentlich nannte er die Ehrengäste, die angereist waren, die Vizebürgermeisterin die Patenstadt Wels Christa Raggl-Mühlberger, den Stadtrat von Wels Dr. Martin Oberdorfer, die Gemeinderäte Ludwig Vogl, Markus Wiesinger sowie Gemeinderätin Birgit Ebetshuber, als Mitbegründer der Städtepartnerschaft Wels – Bistritz Bürgermeister a.D. Dr. Peter Koits, als Vertreter der Geistlichkeit die Pfarrer Johann Zey aus Sächsisch Regen, Frank Schleßmann aus Mattighofen, Pfarrer i. R. Georg Zimmermann, Klaus Neugeboren aus der Schweiz sowie Pfarrer Dr. Rolf Binder.

Als Vertreter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien den Vorsitzenden Dr. Paul Jürgen Porr, den Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung, Thomas Şindilariu, sowie den Vorsitzenden des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch, mit Begleitung. Ein herzlicher Gruß erging an den siebenbürgischen Unternehmer Michael Schmidt, dem der Bundesobmann „für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung durch die Michael Schmidt Stiftung“. Des Weiteren begrüßte Schuller den Präsidenten der Föderation der Siebenbürger Sachsen und Bundesvorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Rainer Lehni, mit Gattin, dazu die anwesenden Stellvertreter und Amtswalter des landsmannschaftlichen Verbandes in Deutschland; ferner u. a. seitens der Heimatortsgemeinschaft Bistritz und des Freundeskreises Wiehl – Bistritz Dr. Hans-Georg Franchy und Annemarie Wagner, den Obmann der Oberösterreichischen Landlerhilfe, Helmut Atzlinger, Ehrenbundesobmann Pfarrer Hofrat Volker Petri sowie alle anwesenden Nachbarväter, Nachbarmütter und Amtswalter und Amtswalterinnen auf Bundes- und Landesebene, nicht zuletzt all jene, „die diesen Tag durch ihre Mitwirkung tragen und prägen“, darunter eine große Abordnung aus Sächsisch Regen und Bistritz, die Landesverbände Wien, Niederösterreich und Burgenland, Steiermark, Kärnten, Tirol und Salzburg, aus Oberösterreich die Nachbarschaften, Volkstanzgruppen und Musikkapellen aus Mattigtal, Rosenau, Vöcklabruck, Gmunden-Laakirchen, Wels, Bad Hall, Sierning und Traun, aus Deutschland die Gruppen aus Ingolstadt, München, Rosenheim, die Gäubodener Sachsen, Landsleute aus Mainz,  Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie die Blaskapelle München Landshut.

All diese Formationen seien auf ihren Gebieten „Träger einer traditionellen Volkskultur, die in Siebenbürgen über Jahrhunderte gemeinschaftsbildend und prägend war“, so Bundesobmann Manfred Schuller „Blicken wir positiv in die Zukunft, wir Siebenbürger Sachsen sind ein starkes Volk, das hat uns die Vergangenheit bewiesen. Unsere Wurzeln sind noch in Siebenbürgen, die Geschichte hat uns geprägt, aber hier in Österreich sind wir zu Hause, seit 80 Jahren, und dafür sind wir dankbar“, unterstrich Manfred Schuller. Als solidarisches Zeichen „ist es uns ein Anliegen, einen Teil der Gottesdienstkollekte von Sonntag, Spenden und den Erlös des Bücherflohmarktes im ersten Stock für das Projekt „Österreich hilft Österreich“ zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe zu spenden. Diese armen Menschen haben alles verloren und benötigen eine große Hilfsbereitschaft.“

Es folgten die Grußworte der Ehrengäste, neben anderen sprach der Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung, Thomas Şindilariu, Dr. Jürgen Porr, Vorsitzender des deutschen Forums in Siebenbürgen. Als Vertreter der Heimatkirche übermittelte Hauptanwalt Friedrich Gunesch stellvertretend für die Kirchenleitung und Bischof Reinhard Guib, Grüße aus Nordsiebenbürgen, weiters sprachen der Vorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Rainer Lehni und aus der Patenstadt Wels, Vizebürgermeister Christa Raggl-Mühlberger ihre Grußworte.

Höhepunkt war die Festansprache von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, der lobende Worte zu Beginn seiner Festansprache, er gratulierte zur gelungenen Organisation dieses Heimattages. An diesen Tagen gehe es um die Geschichte, 80 Jahre Siebenbürger Sachsen, damit gehe es aber auch um die Geschichte Österreichs und letztlich auch um einen wichtigen Teil der europäischen Geschichte. Aus der Heimat vertrieben zu werden „ist ein Drama und ist ein Trauma“, so der Landeshauptmann. Die Siebenbürger Sachsen hätten in Österreich eine neue Heimat gefunden, in einer Zeit der Not „mit viel Mut, Vertrauen, einem gesunden Gottvertrauen“. Sie hätten angepackt und viel geleistet „für sich, ihre Familie, aber auch das gesamte Land“, sagte Stelzer und würdigte insbesondere die Aufbauleistung in Oberösterreich und deren Pioniergeist.

Der Nachmittag des Heimattages war den Tanzvorführungen der Tanzgruppen, den musikalischen Darbietungen der Blaskapellen sowie dem Besuch der Ausstellung „Heimat verloren – Heimat gefunden“ – Von Nordsiebenbürgen über Oberösterreich nach Nordrhein-Westfalen in Deutschland gewidmet. Eine Wanderausstellung und Leihgabe der Siebenbürger Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, durch die Eröffnung führte der Bundesvorsitzende der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Rainer Lehni sowie die Bundeskulturreferentin der Siebenbürger Sachsen in Österreich, Ingrid Schuller.

Mit einem Gemeinschaftskonzert der Blaskapellen und einem am Abend folgenden Herbstball endete der Samstag. Der Sonntag fand mit einem Totengedenken und einem Fest- und Gedenkgottesdienst samt Festpredigt vom Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Mag. Michael Chalupka und Pfarrer RolandWernek seine Fortsetzung, aber auch Abschluss.

Die vielen Trachtenträger und Trachtenträgerinnen bereicherten und schmückten das Gotteshaus. Bundesobmann Manfred Schuller dankte abschließend für diese ereignisreichen Tage, für die vielen Begegnungen, die Gespräche, dem Miteinander, der großen Gemeinschaft, die uns Siebenbürger Sachsen ausmacht. Man möchte allen danken, dass dieses Wochenende, welches ganz im Zeichen des Gedenkens war, des Erinnerns, aber auch der Freude war. Er betonte abschließend, dass die Kollekte der Gottesdienstbesucher zum einen für die Kirchenrenovierung und zum anderen für die Hochwasserkatastrophe in Österreich verwendet werden wird und lud zur Agape in den Pfarrgarten ein.

Damit gingen dieser 14. Heimattag und Auftakt zum „12. Siebenbürgische Kulturherbst in Oberösterreich“ zu Ende. Ein Dank geht an das Kamerateam von der deutschen Redaktion des öffentlich-rechtlichen rumänischen Fernsehens TVR 1 mit der Chefredakteurin Christel Ungar, die von Freitag bis Sonntag bei allen Veranstaltungen dabei war und mitgefilmt haben.

Impressionen

nachfolgende Fotos stammen von Fotograf Werner Redl, Traun

nachfolgende Fotos stammen von Fotograf Peter Mayr, Land Oberösterreich

Kiritog am Südmährerhof

Der traditionelle Südmährer Kirtag fand auch heuer wieder am 15. August 2024 am Südmährer Hof im Freilichtmuseum Niedersulz statt. Er begann mit einem Dankgottesdienst, gefolgt von einem Frühschoppen und ging dann in einen nachmittäglichen Tanz über.

Impressionen

Video der Musikkapelle

Gedenkgottesdienst des Kreises Znaim

Am 15. August 2024 fand in Unterretzbach ein Gedenkgottesdienst mit Kundgebung des Kreises Znaim statt.

Impressionen

Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer in Österreich

Die Untersteiermark/Stajerska

Die Untersteiermark liegt heute in der Republik Slowenien und reicht von der Ebene des Pettauer Feldes über die Weinhügel der Windischen Büheln und der Kollos, über das 1500 m hohe Bacherngebirge bis zu den 2300 m hohen Sanntaler Alpen. Die größten Flüsse zwischen Mur und Sawe sind die Drau und die Sann, die größten deutschen Städte waren Marburg/Maribor, Cilli/Celje und Pettau/Ptuj.

Die Untersteiermark war seit dem Jahre 1147 – über 770 Jahre lang – ein Teil des Herzogtums Steiermark. 1919 wurde die Untersteiermark durch das Friedensdiktat von St. Germain ohne Volksabstimmung von der Steiermark abgetrennt und dem neugegründeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zugesprochen.

Die Deutsch-Untersteirer

Bei der Volkszählung 1910 lebten in der Untersteiermark 74.000 Deutsche, vorwiegend in Städten und Märkten. Als Bauern lebten rund 6000 im deutschen Abstallerfeld südlich der Mur und rund 3000 im Drautal und anderen Gegenden. Mit der Abtrennung der Untersteiermark 1919 verloren Tausende Deutsche ihre Arbeitsplätze und Wohnungen und wurden ausgewiesen. Andere wichen freiwillig den slowenischen Beschränkungsmaßnahmen. Das Deutschtum wurde so auf die Hälfte verringert und musste als Minderheit in der Zwischenkriegszeit manche Unterdrückung erleiden.

Vertreibung der Deutsch-Untersteirer 1945/46

Im Verlauf des 2. Weltkrieges wurde die Untersteiermark nach dem Jugoslawien-Feldzug im April 1941 an das Deutsche Reich angeschlossen. Mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 wurden alle Deutschen, die nicht rechtzeitig geflohen waren, ins Gefängnis oder in eines der berüchtigten slowenischen Konzentrationslager getrieben. Rund 6000 Deutsch-Untersteirer wurden erschossen oder gingen in Gefängnissen und Konzentrationslagern an Misshandlungen, Hunger und Seuchen zugrunde. Kaum ein Kind unter drei Jahren überlebte diese Lager. Nach Einschaltung des Internationalen Roten Kreuzes wurden die noch am Leben Gebliebenen nach Österreich vertrieben. Jugoslawien enteignete entschädigungslos allen deutschen Besitz.

Gründung der Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer in Graz im Jahr 1948

Die meisten Deutsch-Untersteirer ließen sich nach der Vertreibung in der Steiermark und in Kärnten nieder, viele auch in den übrigen Bundesländern, in Deutschland und in Übersee. In Graz, als dem Zentrum aller vertriebenen Deutsch-Untersteirer, wurde im Jahre 1948 ein Hilfsverein gegründet, der die ärgste Not lindern half. Aus diesem entstand die „Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer in Österreich“. Das Zusammenkommen bei Veranstaltungen, bei denen „Leidensgefährten“ wieder zusammenfanden und sich austauschten, hat so in einer trostlosen Zeit ein wenig Hoffnung vermittelt. Zunehmend rückte die politische Komponente in den Vordergrund, vor allem die Unterstützung beim Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft.

Vermögenserfassung

1954/55 wurden die Vermögen der vertriebenen Deutsch-Untersteirer erfasst und liegen sowohl schriftlich in Form von 2741 Erfassungsbögen als auch digital vor und sind so wichtige Zeitzeugendokumente für wissenschaftliche Arbeiten.

Mitgliederzeitung „Der Untersteirer“

1968 wurde mit der Herausgabe der Vierteljahreszeitschrift „Der Untersteirer“ ein Meilenstein gesetzt. Diese informiert seither die Mitglieder und Zeitungsbezieher über Veranstaltungen und ist bis heute eine Quelle für Zeitzeugenberichte zum Leben in der Untersteiermark bis zur Flucht im Mai 1945, und zum schwierigen Neubeginn eines Lebens in Österreich.

Gedächtnisstätte der Deutsch-Untersteirer auf dem Grazer Schlossberg

1970 konnte in Graz eine Gedenkstätte für die vielen Toten, die im Nachkriegsjugoslawien oftmals ohne Gerichtsurteil hingerichtet worden waren oder in den Lagern unter unmenschlichen Bedingungen zu Tode gekommen waren, ausgeführt werden. Auf dem Grazer Schlossberg mit Blick in die „Alte Heimat“ mahnt eine Stele, in der ein Totengedenkbuch eingemauert ist, an „Unsere Toten“ und ein Bronzerelief mit den Städten Marburg, Pettau, Cilli und Rann an die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Untersteiermark.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens

Seit 1991 ist die Untersteiermark ein Teil der Republik Slowenien. Trotz einer für die vertriebenen Deutsch-Untersteirer diskriminierenden Denationalisierungs-Gesetzgebung konnten seither manche der enteigneten Vermögen zurückgewonnen werden. Viele Restitutionsanträge wurden jedoch abschlägig beschieden, die Verfahren verschleppt oder mussten als aussichtslos aufgegeben werden.

Deutsche Kulturvereine in Slowenien

Deutsche Kulturvereine, zusammengefasst unter einem Dachverband, kümmern sich heute in Slowenien um kulturelle Angelegenheiten. Trotz eines Kulturabkommens zwischen Österreich und Slowenien konnte jedoch noch keine verfassungsmäßige Gleichstellung mit den Minderheiten der Italiener und Ungarn und damit eine adäquate Förderung für die deutsche Volksgruppe erreicht werden. www.steiermark-stajerska.com

„Steinerne Gedenkstätte“ bei den Massengräbern auf dem Bachern/Pohorje in Slowenien

2024 konnte mit der Errichtung einer „Steinernen Gedenkstätte“ in Slowenien bei den Massengräbern auf dem Bachern ein lang gehegter Wunsch der Mitglieder der Landsmannschaft erfüllt werden. Dies war nur möglich aufgrund des beharrlichen Weiterverfolgens des Projektes von Martin Kostrevc (Slowenien), Margarete Jahn (USA, Vollwaise seit der Ermordung ihrer Eltern nach dem 2. Weltkrieg) und Ingeborg Mallner (Österreich, Bundesobfrau der Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer). Die Gedenkstätte trägt gerade deshalb aufgrund der gemeinsamen Errichtung von Entscheidungsträgern diesseits und jenseits der Grenze zur Versöhnung über Grenzen hinweg bei. Die offizielle Einweihung der Gedenkstätte fand am 5. Oktober 2024 unter Beteiligung hoher Präsentanten des öffentlichen Lebens statt.

Aufgaben, die sich für die Landsmannschaft heute noch stellen

  • Letzte Zeitzeugenberichte der abtretenden Erlebnisgeneration sollen als „Oral History“ in die Geschichtsschreibung eingehen. Die Herausgabe des Buches „Familiengeschichten aus Pettau“, Ehrenfried Machalka, 2023, trägt dazu bei.
  • Die enge Zusammenarbeit mit den deutschen Kulturvereinen in Slowenien dient vor allem der Unterstützung ihrer Vorhaben zum Erhalt der deutschen Volksgruppe in Slowenien.
  • Unterlagen der Landsmannschaft, wie die Vermögenserfassung 1954, sollen für wissenschaftliche Arbeiten zugängig gemacht werden und sollen zukünftig in Wien im VLÖ-Zentralmuseum mit Lernort archiviert werden.

Kontakt

ObfrauIngeborg Mallner, MSc
AdresseSchwarzer Weg 80, 8054 Graz, Österreich
E-Mailingeborg.mallner@gmx.at
Telefon+43 664 5914228 – Dienststelle, Frau Kueschnig, jeden Dienstag von 8:30 – 12:30 Uhr

Festschrift „60 Jahre Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft in Österreich“

Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft

Die anlässlich der 60-Jahres-Jubiläumsfeier der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft erschienene Festschrift befasst sich unter anderem mit der Gründung der DAG, dem Leben ihrer Mitglieder nach 1945 und ihrer Eingliederung in die 2. Republik.


Die Broschüre ist zum Preis von € 10,- im VLÖ-Sekretariat zuzüglich der folgenden Versandkosten erhältlich: € 5,- (Österreich) und € 8,- (Deutschland). Wenn Sie mehrere verschiedene Artikel bestellen möchten, erstellen wir für Sie gerne ein individuelles Versandangebot.

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