70 Jahre Siebenbürger in Oberösterreich: Siebenbürgischer Kulturherbst 2026

Vom 4. September bis 22. November 2026 lädt der Landesverband der Siebenbürger Sachsen in Oberösterreich zum traditionellen Siebenbürgischen Kulturherbst ein. Das diesjährige Programm steht ganz im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums und bietet eine vielfältige Leistungsschau aus Kultur, Tradition, Musik und lebendiger Gemeinschaft.

Erleben Sie hochkarätige Lesungen, Theatergastspiele, spannende Vorträge und traditionelle Feste in ganz Oberösterreich.

Mit Fleiß und tiefer Verbundenheit zur eigenen Herkunft pflegen die Siebenbürger Sachsen ihr unschätzbares Erbe.

Programmhöhepunkte

  • 4. – 6. September | Seewalchner 3-Klang & 75 Jahre MVR (Seewalchen am Attersee) Großes Zeltfest am Rathausplatz mit den Comedy Hirten, dem Atterseepokal und einem Festgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer.
  • 17. September, 19:00 Uhr | Lesung mit Cornelius Obonya (Rutzenmoos) Der bekannte Kammerschauspieler liest aus Hans Bergels bedeutender Novelle „Fürst und Lautenschläger“. Musik: Linz-Czernowitz Express.
  • 2. Oktober, 19:30 Uhr | Theater: „Karpatenflecken“ (Stadttheater Wels) Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin. Ein mehrfach ausgezeichnetes Schauspiel von Thomas Perle über biografische Schicksale in den Karpaten.
  • 3. Oktober | Museumsnacht & Historischer Vortrag (Rutzenmoos & Vöcklabruck)
    • 19:00 Uhr: Vortrag von Dr. Ingrid Schiel über siebenbürgisch-sächsische Frauengestalten in der Donaumonarchie.
    • 18:00 – 21:00 Uhr: Lange Museumsnacht im Museum der Heimatvertriebenen Vöcklabruck mit der Sonderausstellung „Sakrale Kunst aus Siebenbürgen“.
  • 8. Oktober, 19:00 Uhr | Film: „Auf Brukenthals Spuren“ (Traun) Dokumentarfilm über das Leben und Wirken des Visionärs Samuel von Brukenthal.
  • 14. & 15. Oktober, 19:00 Uhr | Vorträge von Dr. Dietmar Gross (Vorchdorf & Mattighofen) Spannende Einblicke in den Karpatenbogen und seine Urwälder sowie eine faszinierende Bilderreise in das Donaudelta.
  • 14. November, 18:00 Uhr | Festakt: 70 Jahre Siebenbürger Traun (Spinnerei Traun) Große Jubiläumsfeier der Siebenbürger Nachbarschaft, Jugend und Trachtenkapelle Traun (Anmeldung bis 30. Oktober erforderlich).
  • 22. November | Festausklang (Seewalchen & Traun)
    • 09:30 Uhr: „Tag der Gemeinschaft“ mit Festgottesdienst und traditionellem Krautwickel-Essen in Rosenau/Seewalchen.
    • 17:00 Uhr: Jubiläumskonzert „70 Jahre Trachtenkapelle Traun Siebenbürger“ in der Spinnerei Traun.

Kontakt & Informationen

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungsorten, Eintrittspreisen (viele Termine finden gegen eine freiwillige Spende statt) sowie zu den beteiligten siebenbürgischen Museen in OÖ finden Sie im vollständigen Programm.

  • Veranstalter: Landesverband der Siebenbürger Sachsen in OÖ
  • Ansprechpartnerin: Ingrid Schuller (Referat für Kultur- und Brauchtumspflege)
  • Mobil: +43 (0) 699 / 11789128
  • E-Mail: ingrid@hausschuller.at
  • Webseite: www.siebenbuergen.at

Gottscheer Kulturwoche & Wallfahrt 2026: „Heimat tief im Herzen“

Unter dem traditionsreichen Leitspruch „Heimat tief im Herzen“ lädt die Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt auch im Jahr 2026 wieder Landsleute, Freunde und Interessierte aus aller Welt zum großen Heimattreffen nach Kärnten ein.

Die diesjährige 59. Gottscheer Kulturwoche findet vom 28. Juli bis 2. August 2026 statt. Ein besonderer Fokus liegt diesmal auf dem runden Jubiläum: Unter dem Motto „Es begann 1966 – 60 Jahre Gottscheer Kulturwoche“ blickt die Gemeinschaft stolz auf sechs Jahrzehnte lebendige Traditionspflege und heimatliche Verbundenheit zurück.

Gemeinsamer Austragungsort der Festtage und Kulturveranstaltungen ist wie jedes Jahr das idyllische Ambiente von Schloss Krastowitz sowie die Gottscheer Gedächtnisstätte in Klagenfurt.

Festprogramm im Überblick:

  • Dienstag, 28. Juli bis Donnerstag, 30. Juli: Dreitages-Fahrt in die alte Heimat (Gottschee und Umgebung).
  • Freitag, 31. Juli (19:30 Uhr): Offizielle Eröffnung auf Schloss Krastowitz durch den Vorsitzenden Hermann Petschauer, Grußworte der Ehrengäste und Festvortrag zu „60 Jahre Gottscheer Kulturwochen“.
  • Samstag, 1. August: Teilnahme einer traditionellen Gottscheer Abordnung in alten Trachten beim großen Brauchtumsumzug des 81. Villacher Kirchtags.
  • Sonntag, 2. August – Gottscheer Wallfahrt:
    • 09:00 Uhr: Platzkonzert der Kolpingmusik Klagenfurt
    • 10:00 Uhr: Feierliche Prozession zur Gedächtnisstätte, Kranzniederlegung und Festmesse mit Militärerzdekan Dr. Harald Tripp
    • Anschließend: Gemeinsames Mittagessen, geselliges Beisammensein und um 14:00 Uhr der traditionelle Segen nach altem Heimatbrauch.

Kultur und Kulinarik zum Mitnehmen

Neben der Pflege des Gottscheer Dialekts und des Glaubens steht auch die Erhaltung der traditionellen Küche im Fokus. Passend dazu kann über die Landsmannschaft das beliebte Kochbuch „Da Khöscht ahsima in Göttschǝab“ (Kost daheim in Gottschee) in der erweiterten 2. Auflage erworben werden (Preis: € 18,– zzgl. Porto).

Ebenfalls erhältlich ist ein umfassender Kirchenführer zur Filialkirche zum hl. Ulrich mit der Gottscheer Gedächtnisstätte Krastowitz (€ 7,– zzgl. Porto).

Die Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt freut sich auf ein herzliches Wiedersehen und schöne Stunden in heimatlicher Verbundenheit!

Infobox & Kontakt für Anfragen und Bestellungen:

  • Auskünfte zum Programm: Hermann Petschauer (Vorsitzender) | Tel: 0650/2526199 | E-Mail: office@vm-petschauer.at
  • Buchbestellungen & Zimmerreservierung: Martha Tiefenbacher | Tel: 0650/37 77 110 | E-Mail: e-m-a.tiefenbacher@chello.at
  • Postanschrift: Gottscheer Landsmannschaft, Postfach 43, A-9021 Klagenfurt am Wörthersee

Hinweis für Besucher: Das Bildungshaus Schloss Krastowitz bietet nach einem gelungenen Umbau auch wieder komfortable Übernachtungsmöglichkeiten direkt vor Ort an!

Zusätzliche Informationen zur Gottscheer Kulturwoche 2026 finden Sie im untenstehenden Programmheft!

Neue Ausstellung im Parlament: „BLICKWECHSEL. Das Erbe Altösterreichs“

Hunderttausende deutschsprachige Menschen der ehemaligen Habsburgermonarchie fanden in Österreich eine neue alte Heimat

Das Parlament eröffnete im Besuchszentrum Demokratikum – Erlebnis Parlament die Ausstellung „BLICKWECHSEL. Das Erbe Altösterreichs“. Sie widmet sich den deutschsprachigen Menschen aus Gebieten der ehemaligen Habsburgermonarchie, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich eine neue Heimat fanden – und einem europäischen Erbe, das die Republik Österreich bis heute prägt.

Veranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmer; © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner

Rosenkranz: Aus Menschen, die ihre Heimat verloren haben, wurden Mitbürgerinnen und Mitbürger

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz eröffnete die Ausstellung mit einem Hinweis auf ihre historische und gesellschaftliche Bedeutung: „Das Parlament ist der Ort, an dem Geschichte nicht nur erinnert, sondern vielfach auch gestaltet wurde.“ Und weiter: „Politische Entscheidungen haben hier Lebenswirklichkeit geschaffen, Rechte begründet und den Rahmen dafür gesetzt, dass aus Menschen, die ihre Heimat verloren hatten, Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Republik werden konnten“. So wurde am 29. Juni 1954 das sogenannte Optionsgesetz im Bundesrat behandelt, durch das viele Altösterreicherinnen und Altösterreicher die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen konnten.

Die Ausstellung erzählt eine Geschichte, die weit vor 1945 beginnt. Mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie 1918 fanden sich Hunderttausende deutschsprachige Menschen außerhalb der Republik Österreich wieder. In den Gebieten des heutigen Tschechien, der Slowakei, Polens, Ungarns, Rumäniens, Serbiens, Kroatiens und Sloweniens waren sie seit Jahrhunderten ansässig und Teil einer vielsprachigen, kulturell verflochtenen Gesellschaft. Zwischen 1944 und 1947 wurden viele von ihnen zur Flucht gezwungen oder vertrieben. Viele gelangten in das vom Krieg gezeichnete Österreich, wo ein schwieriger, aber erfolgreicher Integrationsprozess begann.

Eröffnungsworte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ); © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner

Kurator Kührer-Wielach: Facettenreichtum war überraschend

Kurator der Ausstellung ist Florian Kührer-Wielach, Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auch er lernte bei der Recherche zu den Altösterreicherinnen und Altösterreichern Neues kennen: „Ich durfte mich auf eine der interessantesten beruflichen Reisen meines Lebens zu einem Thema begeben, das mir einerseits sehr vertraut ist, dessen Facettenreichtum mich aber in den vergangenen Monaten mehrmals überrascht hat.“

Zur inhaltlichen Ausrichtung meinte Kührer-Wielach, dass Flucht- und Vertreibungsereignisse zentrale Momente dargestellt haben. So zeigen die Debatten im Hohen Haus nach dem Zweiten Weltkrieg, „wie sich Republik und Gesellschaft zuerst zögerlich, aber Schritt für Schritt dazu bekannten, die deutschsprachigen Flüchtlinge und Vertriebenen formal und realpolitisch zu integrieren“.

Zur Ausstellung Kurator Florian Kührer-Wielach; © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner

Erinnerungsstücke der Flucht: Spielzeuge und Gebetsbücher

Eine Litfaßsäule im Demokratikum macht anhand ausgewählter Beispiele sichtbar, wie dieses europäische Erbe Österreich bis heute prägt. Ergänzend dazu zeigen Schaukästen persönliche Erinnerungsstücke, die Leihgeberinnen und Leihgeber zur Verfügung gestellt haben: Kinderspielzeuge, Gebetsbücher, historische Ausweisdokumente und Aufenthaltsgenehmigungen erzählen von individuellen Schicksalen zwischen Verlust und Neubeginn. Eine multimediale Installation mit integrierter Videowall vermittelt die Inhalte auf zeitgemäße und niederschwellige Weise.

Die Ausstellung verweist auch auf die politische Dimension des Themas: Zu den Altösterreicherinnen und Altösterreichern zählten die ersten drei Bundespräsidenten der Zweiten Republik ebenso wie zahlreiche Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Auch das Parlament selbst befasste sich in der Nachkriegszeit mit der Lage der Vertriebenen – mit Fragen der Staatsbürgerschaft, der sozialen Sicherung und der politischen Teilhabe.

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) mit Exponaten der Ausstellung; © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner
Präsentation des Films zur Ausstellung. Am Wort Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ); © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner

Begleitprogramm und weiterführende Informationen

Zur Ausstellung gibt es eine zweisprachige Begleitbroschüre auf Deutsch und Englisch. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/blickwechsel-das-erbe-altoesterreichs.

HINWEIS:  Fotos  von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen  finden Sie im Webportal des Parlaments. (Schluss) pak

Wanderausstellung „Die Schönbornfranken – Von Franken nach Transkarpatien“ im Wiener „Haus der Heimat“ eröffnet

Wien – Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, wurde im feierlichen Rahmen des „Hauses der Heimat“ in Wien die Wanderausstellung „Die Schönbornfranken – Von Franken nach Transkarpatien“ eröffnet. Die Veranstaltung, die in enger Kooperation zwischen dem Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ), der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland und der Paneuropabewegung Österreich realisiert wurde, bot den anwesenden Gästen und Vertretern der Landsmannschaften einen tiefen Einblick in eine weitgehend unbekannte deutsche Minderheitsgeschichte. Die Ausstellung beleuchtet die rund 300-jährige, wechselvolle Geschichte der deutschen Gemeinschaft in der westukrainischen Region Transkarpatien (Karpatenukraine) und schlägt gleichzeitig den Bogen zur gegenwärtigen, von schwerer Not geprägten humanitären Situation vor Ort.

Bildtext: Im Bild (v.l.n.r.): Rainhard Kloucek (Paneuropabewegung Österreich); Sebastian Machnitzke (Stiftung Verbundenheit), Mag. Gerhard Schiestl (VLÖ-Vizepräsident),
Ing. Norbert Kapeller (VLÖ-Präsident), Hartmut Koschyk (Stiftung Verbundenheit); Dr. Rüdiger Stix (VLÖ-Vizepräsident)

Feierliche Eröffnung und das Grußwort aus der Ukraine

VLÖ-Präsident Norbert Kapeller hieß die Gäste im „Rudolf-Reimann-Saal“ herzlich willkommen und unterstrich in seiner Eröffnungsrede die tiefe historische Verwurzelung der altösterreichischen und deutschen Gemeinschaften in Ost- und Mitteleuropa. Kapeller hob hervor, dass Transkarpatien mit seiner multikulturellen Struktur – geprägt von österreichischen, ungarischen, rumänischen, ukrainischen und deutschen Einflüssen – seit jeher ein europäisches Musterbeispiel für friedliches Zusammenleben darstelle.

Besonders emotional gestaltete sich das Verlesen des Grußwortes von Julia Tayps, der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Mukatschewo, Leiterin des dortigen „Deutschen Hauses“ und zentralen Vertreterin der deutschen Gemeinschaft in der Ukraine. Frau Tayps musste ihre Teilnahme an der gestrigen Veranstaltung kurzfristig absagen, übermittelte jedoch eine kraftvolle Botschaft, die von Norbert Kapeller vorgetragen wurde.

In ihrem Grußwort erinnerte Tayps an den geschichtlichen Ursprung, als Graf Schönborn im 18. Jahrhundert nach verheerenden Kriegen und Seuchen gezielt deutsche Siedler, Handwerker und Landwirte in das damalige Oberungarn rief: „Sie brachten nicht nur ihre Sprache und Kultur mit, sondern auch handwerkliche Fähigkeiten, landwirtschaftliche Kenntnisse und eine besondere Arbeitskultur.“ Heute verstehe sich das 2018 gegründete und seit 2023 in einer eigenen Immobilie untergebrachte „Deutsche Haus“ in Mukatschewo als lebendiges Zentrum für Sprachkurse, Kultur- und Jugendprojekte sowie als unentbehrlicher Ankerpunkt für humanitäre Hilfe inmitten des anhaltenden russischen Angriffskrieges.

Ausstellungspräsentation durch Hartmut Koschyk: Von der historischen Kolonisation zur „Humanitären Brücke“

Die inhaltliche Einführung in die Ausstellung übernahm Hartmut Koschyk, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages und Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Koschyk, der auch der Stiftung Verbundenheit vorsteht, führte das Publikum anhand einer detaillierten Präsentation durch die historischen Meilensteine der Schönbornfranken:

  • Die Ursprünge: Beginnend mit dem Reichserzkanzler Lothar Franz von Schönborn und dessen Nachfolger Friedrich Karl von Schönborn, die ab den 1720er-Jahren gezielt mainfränkische Familien zur Ansiedlung bewegten, um die Region wirtschaftlich zu beleben. Missernten, Armut und hohe Kindersterblichkeit in der fränkischen Heimat trieben die Menschen ab 1730 zur Auswanderung an, gelockt durch die Gewährung von kostenlosem Baumaterial und dreijähriger Steuerfreiheit.
  • Blütezeit und Tragödie: Koschyk zeichnete den Weg über die wirtschaftliche Blütezeit im späten 18. Jahrhundert (mit vorindustriellen Großbetrieben, Textil- und Forstwirtschaft) bis hin zu den tiefen Einschnitten des 20. Jahrhunderts nach. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurden rund 8.000 der knapp 14.000 Karpatendeutschen deportiert – ein schweres historisches Trauma, das die Gemeinschaft bis heute prägt.
  • Die heutige Brückenfunktion und akute Hilfe: Heute zählt die deutsche Minderheit in der gesamten Ukraine etwa 33.000 Mitglieder, koordiniert durch den Rat der Deutschen der Ukraine (RDU).

Koschyk verdeutlichte eindringlich, dass die historische Aufarbeitung kein reiner Selbstzweck ist. Auf Initiative der Stiftung Verbundenheit und mit Unterstützung aus Haushaltsmitteln des Deutschen Bundestages konnten zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden. So wurde das „Deutsche Haus“ in Mukatschewo jüngst mit einer modernen Solaranlage als „Sonnendach“ ausgestattet, um den regelmäßigen, kriegsbedingten Stromausfällen im Winter zu trotzen und die Fortführung der humanitären Verteilungsprozesse zu garantieren.

Darüber hinaus berichtete Koschyk von der „Humanitären Brücke Oberfranken – Transkarpatien“. Über Aktionen wie „Sternstunden – Wir helfen Kindern“ flossen beispielsweise Fördergelder in Höhe von 36.000 Euro in das Kinderkrankenhaus Mukatschewo, um dringend benötigte medizinische Geräte, Ultraschallgeräte, Krankenbetten sowie physiotherapeutisches Equipment für behinderte Kinder zu beschaffen. Auch die kulturelle Dimension kam zur Sprache, etwa durch das „Bayreuther Fastenessen 2025“, bei dem der römisch-katholische Bischof Mykola Petro Luchok aus Mukatschewo über das interethnische Zusammenleben referierte.

Authentische Berichte direkt aus der Ukraine

Den bewegenden Abschluss des offiziellen Teils bildete das Wort der ukrainisch-deutschen Journalistin und Filmemacherin Lene Dej, die für die Ausstellungseröffnung eigens aus Uschgorod nach Wien gereist war. Dej gab den Gästen einen ungeschminkten, tiefgehenden Einblick in den Alltag der Menschen vor Ort und schilderte, unter welchen psychischen und logistischen Belastungen das kulturelle und soziale Leben der Minderheit aufrechterhalten wird. Sie dankte den österreichischen und deutschen Partnern für das unermüdliche Engagement, das weit über symbolische Gesten hinausgehe und den Menschen in der Ukraine wertvolle Hoffnung und tatkräftige Lebenshilfe spende.

Fazit und Ausstellungsdetails

Die Wanderausstellung, die auf der wissenschaftlichen Forschungsarbeit des Historikers    Dr. Rudolf Distler fußt und von der Stiftung Verbundenheit populärwissenschaftlich aufbereitet wurde, war bereits in mehreren deutschen Städten wie München, Bamberg und Würzburg zu sehen. Sie zeigt eindrucksvoll, wie aus historischen Migrationsbewegungen lebendige, europäische Partnerschaften erwachsen, die gerade in Krisenzeiten wie den heutigen eine unersetzliche Säule der Solidarität bilden.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung kann bis zum Herbst im „Rudolf-Reimann-Saal“ des „Hauses der Heimat“ von Montag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr besichtigt werden. Bitte berücksichtigen Sie allfällige Schließtage während der Sommerpause, die aber noch rechtzeitig bekanntgegeben werden. Gerne empfehlen wir Ihnen eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem VLÖ-Sekretariat unter 01/7185905 bzw. sekretariat@vloe.at wenn Sie die Ausstellung (auch zu gesonderten Zeiten) besuchen möchten.