Der Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) lädt am Donnerstag, den 15. Oktober 2026 um 18 Uhr zu einer Buchpräsentation in das Wiener „Haus der Heimat“ ein. Der renommierte Historiker Univ.-Prof. Dr. Lothar Höbelt stellt sein neues Werk „250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika“ vor und wirft darin einen ebenso fundierten wie pointierten Blick über den Atlantik.
Die Vereinigten Staaten sind der Welt zwar vertraut wie kaum ein anderes Land, doch das Bild dieser Großmacht bleibt voller Widersprüche – zerrissen zwischen glühendem Patriotismus und schonungsloser Selbstkritik. In seinem neuen Werk zeichnet Lothar Höbelt nach, wie aus dem einstigen Ableger des alten Europas eine über die Maßen erfolgreiche Weltmacht wurde. Die USA traten unter völlig anderen Voraussetzungen an: von den europäischen Fehden durch einen Ozean getrennt, ohne wirkliche Feinde und mit freiem Land in Hülle und Fülle. Auch wenn die Vereinigten Staaten seit dem 19. Jahrhundert auf der technologischen Überholspur unterwegs sind, haben sich viele der charakteristischen Merkmale jener Epoche dort weit besser erhalten als im alten Europa.
„Im Rahmen des Abends im Haus der Heimat verbindet Höbelt diesen erhellenden Blick über den großen Teich mit tiefgehenden historischen Analysen, pointierten Einsichten und amüsanten Anekdoten“, so VLÖ-Präsident Norbert Kapeller, der gemeinsam mit seinen VLÖ-Vorstandsmitgliedern herzlich zu dieser Buchpräsentation einlädt.
Eckdaten zur Veranstaltung:
Datum: Donnerstag, 15. Oktober 2026
Beginn: 18:00 Uhr
Ort: Haus der Heimat; „Rudolf-Reimann-Saal“, Steingasse 25, 1030 Wien
Aus organisatorischen Gründen bitten wir interessierte Gäste um Voranmeldung bis spätestens Dienstag, 13. Oktober 2026: E-Mail:sekretariat@vloe.at; Telefon: +43 1 718 59 05
Wien/Melk: Ein eindrucksvolles Zeichen für historische Wahrheit, gegen Kollektivschuld und für eine aufrichtige europäische Versöhnung: Der Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) und das Militärkommando Niederösterreich gedachten am 1. Oktober 2026 gemeinsam der über 72.000 Heimatvertriebenen, die 1946 über das Sammellager Melk deportiert wurden. Neben hochrangigen Vertretern aus Politik, Bundesheer und Verbänden fand vor allem auch der Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Stephan Mayer, MdB, deutliche und zukunftsweisende Worte.
Bundesheer/Polak
Zu diesem feierlichen Anlass versammelten sich zahlreiche Delegationen, Landsleute aus ganz Österreich und Deutschland sowie aktive Soldaten auf dem Gelände der Birago-Kaserne, um dem 80. Jahrestag des Geschehens einen respektvollen Rahmen zu geben. Musikalisch getragen von einem Bläserensemble der Militärmusik Niederösterreich, führte die Gedenkfeier von der schmerzvollen Erinnerung und dem Totengedenken hin zum klaren Bekenntnis, Brücken zwischen den Völkern zu schlagen. Dabei prägte eine Atmosphäre des stillen Innehaltens und tiefen Ernstes das geschichtsträchtige Kasernenareal. Wo heute Pioniere des Bundesheeres ihren Dienst für die Republik versehen, herrschten vor genau acht Jahrzehnten Kälte, Ungewissheit, Not und Verzweiflung: Die Anlage war 1946 als größtes österreichisches Sammellager für vertriebene Volksdeutsche bzw. Altösterreicher eingerichtet worden und fungierte damals als zentrale Drehscheibe für deren Weitertransport in das besetzte Nachkriegsdeutschland.
Kapeller: „Ein in sich unwürdiges Schauspiel“
Die Begrüßung und Eröffnung oblag VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller, der von Beginn an keinen Hehl aus den historischen Versäumnissen und den politischen Verwerfungen der damaligen Epoche machte: „Die österreichische Regierung beschloss 1946 über 70.000 Heimatvertriebene – vor allem Sudetendeutsche, aber auch andere Landsleute – von der sowjetrussischen Besatzungszone ins Restdeutschland abzuschieben. Als Sammellager diente diese Kaserne. Vor 80 Jahren wurde die heutige Birago-Kaserne Schauplatz eines in sich unwürdigen Schauspiels – in Fortsetzung der Verantwortungslosigkeit der österreichischen Bundesregierungen gegenüber ihren Altösterreichern. Und wir gedenken heute jener, die nach überlebter Flucht und Vertreibung und nach seelischen wie körperlichen Grausamkeiten in Österreich keine neue alte Heimat finden durften.“
Kapeller hieß eine Reihe von Ehrengästen willkommen, darunter den Landtagsabgeordneten Mario Wührer (in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner), den FPÖ-Vertriebenensprecher im Bundesrat Klemens Kofler, Militärkommandant Brigadier Georg Härtinger, den stellvertretenden Garnisonskommandanten Major UlrichKühnel, Niederösterreichs stellvertretenden Landeskulturdirektor Dr. Martin Grüneis sowie die hohe Militärgeistlichkeit mit Militärkaplan P. Walter Alois Körber und Militär-Superior Brigadier Msgr. Mag. Michael Lattinger.
Besonders begrüßte Kapeller die Spitzen der Vertriebenenorganisationen: an der Spitze seinen bundesdeutschen Amtskollegen, den Präsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV) und Mitglied des Deutschen Bundestages, Stephan Mayer, sowie Reinfried Vogler. Für den VLÖ begrüßte er die Vizepräsidenten DDr. Rüdiger Stix und Mag.Gerhard Schiestl sowie Ehrenpräsident Mag. Ludwig Niestelberger. Ebenso galten seine Grüße Mag.Maria Zugmann-Weber (Bundesobfrau der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft in Österreich), Christine Lehr (Bundesobfrau der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Österreich) sowie Vertretern verschiedener sudetendeutscher Landes- und Bezirksgruppen. Einen besonderen Dank sprach Kapeller dem Mitinitiator LAbg. a. D. Hubert Rogelböck aus, der den entscheidenden Impuls für die Abhaltung dieses Festaktes gegeben hatte.
Der historische Rahmen: Not, Transit und bürokratische Härte
In einem fundierten Impulsvortrag ordnete der Historiker Mag. Niklas Perzi die Geschehnisse des Jahres 1946 detailreich ein. Gestützt auf zeitgenössische Protokolle zeigte er auf, wie prekär und unbarmherzig sich die damalige Situation darstellte.
Perzi zitierte aus den Ministerratssitzungen des Kabinetts unter Staatskanzler Karl Renner – selbst gebürtiger Südmährer –, in denen die Aufnahme deutschsprachiger Vertriebener aus der damaligen Tschechoslowakei mit Verweis auf Ernährungs-, Arbeits- und Wohnungsnot als „unerträglich“ bezeichnet wurde. Noch drastischer äußerte sich der spätere Bundeskanzler Leopold Figl im Sommer 1945, der ein energisches Durchgreifen forderte, da die Vertriebenen nach Deutschland und keineswegs nach Österreich weiterzuleiten seien.
Auf Weisung der alliierten Besatzungsmächte und infolge des Potsdamer Abkommens richtete das österreichische Innenministerium schließlich im Jänner 1946 auf dem Areal der Melker Pionierkaserne ein zentrales Transitlager ein:
Das Lager trug die offizielle Bezeichnung „Sammellager für Umsiedler Melk – Pionierkaserne“ und unterstand administrativ der Umsiedlerstelle des Innenministeriums.
Es war ursprünglich für einen kontinuierlichen Durchlauf ausgelegt: 10.000 Menschen sollten gleichzeitig untergebracht werden, insgesamt rechnete man mit bis zu 500.000 Vertriebenen.
Die Bedingungen vor Ort waren katastrophal: Völlig unzureichende Sanitäranlagen, verstopfte Latrinen, ein Mangel an Trinkwasser, Heizmaterial und Nahrungsmitteln prägten die ersten Wochen. Die Tagesration bestand zeitweise lediglich aus Ersatzkaffee, einer wässrigen Suppe und 200 Gramm Brot pro Person.
Seuchen wie Typhus brachen aus. Die Bezirksärzte des Bezirkes Melk wurden zwangsverpflichtet, um in provisorischen Ambulanzen täglich zwischen 80 und 120 Schwerkranke zu behandeln.
Insgesamt wurden zwischen dem 29. Jänner und dem 19. April 1946 über Melk sowie weitere österreichische Knotenpunkte 271 Transporte mit über 224.000 Volksdeutschen abgewickelt, davon allein rund 156.000 Sudetendeutsche.
Militärkommandant Härtinger: „Gedenken ohne Aufrechnung – und ohne Auslassung“
Niederösterreichs Militärkommandant, Brigadier Georg Härtinger, unterstrich in seiner Ansprache die historische Verpflichtung des Bundesheeres an diesem geschichtsträchtigen Ort: „Dieses Gedenken hat nichts mit Aufrechnen zu tun. Es hat mit Wahrheit zu tun.“
Härtinger rief die auf der Gedenktafel bei der Kaserneneinfahrt eingemeißelte Zahl in Erinnerung: 72.930 deutschsprachige Altösterreicher, die in 62 Bahntransporten von Melk nach Westdeutschland gebracht wurden. „Das ist keine bloße Zahl. Das sind 72.930 Einzelschicksale, Geschichten von Abschied, Angst und Ungewissheit.“ Mit bemerkenswerter Offenheit sprach der Militärkommandant auch die doppelte Geschichte des Areals an: Von April 1944 bis April 1945 befand sich auf demselben Gelände ein Außenlager des KZ Mauthausen, in dem Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten und starben. „Dass beide Gedenktafeln heute am selben Ort stehen, ist kein Widerspruch – es ist die conditio nostra, unsere österreichische Gesamterfahrung. Das NS-Regime, das hier Zwangsarbeiter in den Tod schickte, hat mit seinem Krieg auch die Vertreibungen entfacht. Wer das eine erzählt, darf das andere nicht verschweigen. Ich bin stolz darauf, dass das Österreichische Bundesheer beide Erinnerungen mit derselben Ernsthaftigkeit pflegt: Gedenken ohne Aufrechnung und ohne Auslassung.“ Härtinger würdigte zugleich den enormen Beitrag der Vertriebenen beim Wiederaufbau Niederösterreichs und betonte, dass viele ihrer Nachkommen bis heute im Bundesheer dienen.
In einer kurzen Grußbotschaft hob der Vertriebenensprecher der FPÖ, Bundesrat Klemens Kofler, die familiäre Verwurzelung hervor: Seine eigene Großmutter sei 1906 in Böhmen geboren worden und habe die Härte der Vertreibung hautnah miterlebt. „Die Geschichte ist nie vorbei. Sie wohnt immer in uns und bestimmt, wer wir heute sind.“
BdV-Präsident Stephan Mayer, MdB: Gegen Kollektivschuld – Für Wahrheit und Versöhnung
Mit großer Spannung und anhaltendem Beifall wurde die Festrede des Präsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV) und CSU-Bundestagsabgeordneten, Stephan Mayer, aufgenommen. Mayer, der selbst mütterlicherseits familiäre Wurzeln im südmährischen Raum um Brünn hat, stellte das Ringen um historische Redlichkeit in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er knüpfte unmittelbar an die Worte von Brigadier Härtinger an und zitierte den früheren tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel, der 1997 vor dem Deutschen Bundestag und Bundesrat erklärt hatte: „Nur eine Gesellschaft, welche die Wahrheit zur eigenen Geschichte erkennen kann und darf, ist eine tatsächlich freie Gesellschaft.“
Bundesheer/Polak
Mayer legte dar, dass das Gedenken an das Schicksal der Heimatvertriebenen untrennbar mit dem Gesamtzusammenhang des Zweiten Weltkriegs verbunden sei, der von NS-Deutschland entfesselt wurde und unendliches Leid über Europa brachte. Doch ebenso unmissverständlich betonte er:
„Zur historischen Wahrheit gehört unabdingbar auch der Umstand: Ob man vertrieben wurde, ob man die Heimat binnen 24 Stunden verlassen musste und oft nie wiedergesehen hat – dieser Umstand lag nicht daran, ob man im Zweiten Weltkrieg oder davor persönliche Schuld auf sich geladen hatte. Dieser Umstand lag einzig und allein am Wohnort und an der Volkszugehörigkeit. Es gibt keine Kollektivschuld! Schuld ist immer individuell. Und die kollektive Bestrafung der Deutschen und der Altösterreicher am Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg war und bleibt eine eklatante Verletzung von Menschenrecht und Völkerrecht!“
Der BdV-Präsident erinnerte daran, dass das Jahr 2026 eine doppelte historische Mahnung bereithalte: Neben dem 80. Jahrestag des Beginns der organisierten Vertreibungen infolge des Potsdamer Abkommens jährt sich 2026 auch der berüchtigte stalinistische Deportationserlass vom 28. August 1941 zum 85. Mal, durch den rund eine Million Russlanddeutsche willkürlich nach Sibirien und Zentralasien verbannt wurden und rund 150.000 ihr Leben verloren.
Aufbauleistung statt Spaltung
Mit Nachdruck wies Mayer darauf hin, dass die Absichten der damaligen Machthaber nicht aufgingen: „Das Ansinnen von Stalin, Beneš und ihren Schergen war es, die Vertreibung der Sudetendeutschen und Donauschwaben als Spaltpilz für das neue Österreich und das neue Westdeutschland zu nutzen. Doch dieses perfide Ansinnen ist grandios gescheitert! Das Gegenteil ist eingetreten: Die Heimatvertriebenen haben die Ärmel hochgekrempelt. Sie haben nicht gefragt, wo es Bürgergeld oder Grundsicherung gibt, sondern sie haben angepackt! Sie haben ihr Know-how, ihren Fleiß und ihren unbedingten Willen eingebracht und das Wirtschaftswunder der 1950er- und 1960er-Jahre in Österreich wie in Deutschland erst möglich gemacht. Darauf dürfen wir bis heute unheimlich stolz sein!“
Die Verantwortung der Bekenntnisgeneration
Angesichts des fortschreitenden Alters der Erlebnisgeneration richtete Mayer einen dringenden Appell an die Nachgeborenen. Unter dem BdV-Jahresmotto „Bekenntnis und Verantwortung – Unser Kulturgut verbindet Europa“ unterstrich er: „Sich an Flucht und Vertreibung zu erinnern, ist kein Privileg der Erlebnisgeneration. Gerade jetzt, wo diese Generation sukzessive von uns geht, erwächst für uns als Bekenntnisgeneration die unbedingte Pflicht, diese Erinnerung wachzuhalten. In einer Zeit, in der nationale Egoismen und Fliehkräfte in vielen Ländern Europas wieder fröhliche Urständ feiern, reichen wir als Vertriebene die Hand. Wir stehen für Verständigung!“
Als leuchtendes Beispiel für gelungene Versöhnung hob Mayer den Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten 2026 in Brünn hervor – das erste Mal überhaupt, dass dieses traditionsreiche Treffen auf tschechischem Boden stattfand: „Trotz anfänglicher Skepsis in Berlin und Prag war es ein überwältigendes Fest des Miteinanders. Der Friedensmarsch, bei dem uns hunderte junge Tschechen mit Plakaten und offenen Armen empfingen, hat mir tief im Herzen gezeigt: Es lohnt sich, Brücken zu bauen! Es verbindet uns mit unseren Nachbarn in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien unendlich viel mehr, als uns trennt.“
Wührer: „Brücken bauen statt Vorurteile pflegen“
In Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ergriff der niederösterreichische Landtagsabgeordnete Mario Wührer das Wort. Er erinnerte an den persönlichen Bezug, den er schon als Kind in Ybbs an der Donau erfahren hatte: Sein damaliger Pfarrer stammte aus dem südmährischen Frainspitz, war 1946 vertrieben worden und fand in Niederösterreich eine neue Heimat und Berufung.
Wührer mahnte, dass Erinnerungskultur aktiv gelebt werden müsse: „Niederösterreich geht konsequent den Weg des Miteinanders. Jede Geschichte hat ihren Anfang und ihr Ende, doch wir müssen aus ihr lernen. Unser Schicksal heißt Europa – ein positives Europa, in dem wir nicht Ressentiments schüren, sondern den Zusammenhalt stärken.“
Emotionaler Höhepunkt: Bewegende Zeugnisse und Totenehrung
Bevor das Zeremoniell zum religiösen Gedenken überging, kam es zu einem der ergreifendsten Momente des Tages: Kapeller machte darauf aufmerksam, dass mit Anton Petschka ein Zeitzeuge anwesend war, der das Sammellager Melk im Jahr 1946 als Fünfjähriger am eigenen Leib miterlebt hatte.
Spontan erhob sich daraufhin eine weitere Zeitzeugin, Brunhilde Dörr-Niemrichter. Mit tränenerstickter, aber fester Stimme trat sie vor und schilderte ihre traumatischen Kindheitserinnerungen an das Lager Melk: „Ich bin als Sechsjährige durch dieses Lager gegangen. Ich erinnere mich genau an das Strohlager, die vielen zusammengepferchten Menschen und die Furcht. Wenn man seine Notdurft verrichten musste, gab es offene Balken – Menschen sind dort hineingefallen. Auch das gehört zur vollen Wahrheit!“ Sie berichtete unter Tränen, wie ihre Großmutter auf dem Weitertransport von Melk nach Nürnberg entkräftet verstarb. Zugleich mahnte sie eine ehrliche Versöhnung an, die nicht auf halbem Weg stehenbleiben dürfe: „Versöhnung ja, aber sie muss von beiden Seiten kommen und darf das Schicksal der Vertriebenen nicht verschweigen!“
Im Anschluss leiteten Militärkaplan P. Walter Körber und Militär-Superior Msgr. Michael Lattinger mit einem gemeinsamen Gebet, Fürbitten und dem Segen das Totengedenken ein. Beim feierlichen Erklingen des Liedes „Ich hatt’ einen Kameraden“ legten Brigadier Georg Härtinger für die Republik Österreich, Stephan Mayer für den Bund der Vertriebenen sowie die Vizepräsidenten DDr. Rüdiger Stix und Mag. Gerhard Schiestl für den VLÖ Kränze nieder, während die Ehrenposten des Bundesheeres salutierten.
Ausklang und bleibender Auftrag
In seinen Schlussworten dankte VLÖ-Präsident Norbert Kapeller allen Mitwirkenden, der Bundesministerin für Landesverteidigung Klaudia Tanner, dem Militärkommando Niederösterreich sowie den vielen treuen Landsleuten für ihr Kommen. Mit dem gemeinsamen Singen der österreichischen Bundeshymne und der Europahymne fand der offizielle Festakt seinen würdigen Abschluss, ehe die Teilnehmer beim traditionellen militärischen Schöpfgericht noch lange in vertiefenden Gesprächen und persönlichem Gedenken beisammenblieben.
„Das Gedenken in Melk hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Die Erinnerung an das Jahr 1946 ist nicht verblasst. Sie lebt in den Herzen der Erlebnis- wie der Bekenntnisgeneration weiter – nicht als Anklage, sondern als ewige Mahnung zur Menschlichkeit, als Bekenntnis zur historischen Wahrheit und als Fundament für ein friedvolles, geeintes Europa“, betonen die VLÖ-Verantwortlichen abschließend.
VLÖ-Präsident Norbert Kapeller dankt dem Prager Erzbischof Stanislav Přibyl, Rektor P. Marek Pučálík sowie allen Mitwirkenden und Gläubigen für ein bewegendes Zeichen der christlichen Vergebung und grenzüberschreitenden Verständigung.
Am vergangenen Samstag, dem 26. September 2026, fand in der festlich gefüllten Wiener Karlskirche eine historische Versöhnungsmesse statt. Auf Einladung des Kreuzherrenordens mit dem Roten Stern sowie des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ), zelebrierte der Primas von Böhmen und Prager Erzbischof, S. Exz. Stanislav Přibyl CSsR, ein feierliches Pontifikalamt.
Tiefer Dank für gelebte Versöhnung und geistliche Verbundenheit
Im Namen des gesamten Verbandes und stellvertretend für alle Heimatvertriebenen aus Böhmen, Mähren und Schlesien sowie deren Nachkommen richtet VLÖ-Präsident Norbert Kapeller tief empfundenen Dank an Erzbischof Přibyl:
„Dass dieser Gottesdienst in einer derart würdigen, erhebenden Atmosphäre stattfinden konnte, erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit und Freude. Für unsere Heimatvertriebenen und deren Nachkommen ist Erzbischof Přibyl weit mehr als ein kirchlicher Würdenträger – er ist unser geistlicher Beistand, ein wahrer Förderer des Friedens und ein geschätzter Brückenbauer mitten im Herzen Europas. Mit seinem unermüdlichen Einsatz für das ‚Jahr der Versöhnung‘ beweist er den Mut, Geschichte wahrheitsgetreu, respektvoll und im Geiste christlicher Nächstenliebe aufzuarbeiten.“
Kapeller erinnerte in seiner Ansprache vor den Gläubigen und Ehrengästen – darunter Vertreter der Sudetendeutschen Landsmannschaft aus Bayern um Steffen Hörtler und Andreas Schmalcz sowie der Ackermann-Gemeinde und sudetendeutsche Geistliche – an die jahrhundertelange gemeinsame Geschichte unter dem Dach des Hauses Österreich. Vor rund 500 Jahren bestieg Ferdinand I. die Throne von Böhmen und Ungarn; rund 400 Jahre wuchs ein gemeinsamer mitteleuropäischer Kulturraum, ehe übersteigerter Nationalismus in Katastrophen, Krieg und die Vertreibung von über drei Millionen Sudetendeutschen vor 80 Jahren mündete.
Die Botschaft der Predigt: Gemeinsam die Geschichte erschließen
In seiner vielbeachteten Predigt knüpfte Erzbischof Přibyl an die reiche Symbolik der Karlskirche an – errichtet als Dank nach der Pest als Ort des Heils – und rief zur Heilung jener Wunden auf, die durch Unrecht, Hass und Vertreibung geschlagen wurden.
Mit Bezug auf die böhmischen Kronjuwelen, für deren Krönungskammer er selbst als einer von sieben Schlüsselträgern Verantwortung trägt, fand der Primas ein starkes Gleichnis:
„Keiner von uns besitzt den einzigen Schlüssel zur Geschichte. Niemand kann sagen: Nur meine Erinnerung ist wahr, nur mein Schmerz ist echt. Um die Vergangenheit ganz zu erschließen, brauchen wir auch den Schlüssel des jeweils anderen. Erst wenn wir sie gemeinsam anwenden, öffnet sich der Raum, in dem Wahrheit keine Waffe mehr ist, sondern ein Werkzeug der Versöhnung.“
Přibyl betonte, dass christliche Versöhnung kein Vergessen bedeute, sondern die Überwindung von Schweigen, kollektiver Schuldzuweisung und bequemer Gleichgültigkeit. Sie beginne mit Demut und der Bereitschaft, das Leid des Nächsten wahrzunehmen.
Dank an den Kreuzherrenorden und die musikalische Gestaltung
Ein besonderer Dank gilt dem Hausherrn der Karlskirche, Rektor P. Marek Pučálík O.Cr., sowie dem Kreuzherrenorden mit dem Roten Stern, der seit 1733 die Seelsorge an der Karlskirche versieht und eng mit Prag verbunden ist. Rektor Pučálík hatte in seiner Begrüßung betont, dass das Wachhalten der Erinnerung und das Gedenken an alle Opfer den Sinn für die Gegenwart schärft und die Sorge um eine friedliche Zukunft fördert. Einen unvergleichlichen Rahmen bot die musikalische Darbietung: Chor und Orchester aus dem böhmischen Rychnov nad Kněžnou/ Reichenau an der Knieschna brachten die festliche „Missa solemnis“ des böhmischen Meisters Václav Jan Tomášek zur Aufführung – jene Messe, die 1836 zur Krönung von Kaiser Ferdinand I. zum König von Böhmen erklungen war.
Ein Tag des Gebets, des Friedens und der Begegnung
Nach bewegenden Fürbitten für die Opfer von Krieg und Vertreibung sowie um dauerhafte Heilung, Versöhnung und Frieden zwischen Tschechen, Deutschen und Österreichern klang die Feier bei einer herzlichen Agape aus. Bei tschechischen Spezialitäten und herzlichen Begegnungen fand das Leitmotiv des Tages seinen lebendigen Ausdruck: „Nur wer gemeinsam spricht und einander im Geist der Nächstenliebe begegnet, baut das Fundament für ein geeintes, friedvolles Europa“, so die VLÖ-Verantwortlichen abschließend.
‚Die Zukunft des Pensionswesens in Österreich erfordert die private Pensionsvorsorge‘ – ein Vortrag vonDr. Edeltraud Fichtenbauer, Vorstandsdirektorin der DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group
Das österreichische Pensionssystem steht angesichts des demografischen Wandels und sich verändernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen vor grundlegenden Herausforderungen. Wie kann die langfristige Absicherung im Alter garantiert werden und welche Rolle spielt die private Vorsorge dabei?
Der Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) lädt daher herzlich zu einem Informations- und Diskussionsabend mit einer ausgewiesenen Expertin der heimischen Versicherungswirtschaft, Dr. Edeltraud Fichtenbauer, am Mittwoch, dem 11. November 2026, um 18:00 Uhr in das „Haus der Heimat“ ein.
Die Veranstaltung im Überblick:
Thema: „Die Zukunft des Pensionswesens in Österreich erfordert die private Pensionsvorsorge“
Vortragende: Dr. Edeltraud Fichtenbauer, Vorstandsdirektorin der DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group
Datum: Mittwoch, 11. November 2026
Beginn: 18:00 Uhr
Ort: Haus der Heimat, Rudolf-Reimann-Saal, Steingasse 25, 1030 Wien
Im Anschluss an den Fachvortrag besteht Gelegenheit zu Fragen und zur Diskussion mit Dr. Fichtenbauer.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis spätestens 9. November 2026 unter: E-Mail: sekretariat@vloe.at | Tel.: 01 718 59 05
Vom 4. September bis 22. November 2026 lädt der Landesverband der Siebenbürger Sachsen in Oberösterreich zum traditionellen Siebenbürgischen Kulturherbst ein. Das diesjährige Programm steht ganz im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums und bietet eine vielfältige Leistungsschau aus Kultur, Tradition, Musik und lebendiger Gemeinschaft.
Erleben Sie hochkarätige Lesungen, Theatergastspiele, spannende Vorträge und traditionelle Feste in ganz Oberösterreich.
Mit Fleiß und tiefer Verbundenheit zur eigenen Herkunft pflegen die Siebenbürger Sachsen ihr unschätzbares Erbe.
Programmhöhepunkte
4. – 6. September | Seewalchner 3-Klang & 75 Jahre MVR (Seewalchen am Attersee) Großes Zeltfest am Rathausplatz mit den Comedy Hirten, dem Atterseepokal und einem Festgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer.
17. September, 19:00 Uhr | Lesung mit Cornelius Obonya (Rutzenmoos) Der bekannte Kammerschauspieler liest aus Hans Bergels bedeutender Novelle „Fürst und Lautenschläger“. Musik: Linz-Czernowitz Express.
2. Oktober, 19:30 Uhr | Theater: „Karpatenflecken“ (Stadttheater Wels) Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin. Ein mehrfach ausgezeichnetes Schauspiel von Thomas Perle über biografische Schicksale in den Karpaten.
3. Oktober | Museumsnacht & Historischer Vortrag (Rutzenmoos & Vöcklabruck)
19:00 Uhr: Vortrag von Dr. Ingrid Schiel über siebenbürgisch-sächsische Frauengestalten in der Donaumonarchie.
18:00 – 21:00 Uhr: Lange Museumsnacht im Museum der Heimatvertriebenen Vöcklabruck mit der Sonderausstellung „Sakrale Kunst aus Siebenbürgen“.
8. Oktober, 19:00 Uhr | Film: „Auf Brukenthals Spuren“ (Traun) Dokumentarfilm über das Leben und Wirken des Visionärs Samuel von Brukenthal.
14. & 15. Oktober, 19:00 Uhr | Vorträge von Dr. Dietmar Gross (Vorchdorf & Mattighofen) Spannende Einblicke in den Karpatenbogen und seine Urwälder sowie eine faszinierende Bilderreise in das Donaudelta.
14. November, 18:00 Uhr | Festakt: 70 Jahre Siebenbürger Traun (Spinnerei Traun) Große Jubiläumsfeier der Siebenbürger Nachbarschaft, Jugend und Trachtenkapelle Traun (Anmeldung bis 30. Oktober erforderlich).
22. November | Festausklang (Seewalchen & Traun)
09:30 Uhr: „Tag der Gemeinschaft“ mit Festgottesdienst und traditionellem Krautwickel-Essen in Rosenau/Seewalchen.
17:00 Uhr: Jubiläumskonzert „70 Jahre Trachtenkapelle Traun Siebenbürger“ in der Spinnerei Traun.
Kontakt & Informationen
Detaillierte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungsorten, Eintrittspreisen (viele Termine finden gegen eine freiwillige Spende statt) sowie zu den beteiligten siebenbürgischen Museen in OÖ finden Sie im vollständigen Programm.
Veranstalter: Landesverband der Siebenbürger Sachsen in OÖ
Ansprechpartnerin: Ingrid Schuller (Referat für Kultur- und Brauchtumspflege)
Würdevolles Gedenken an die Abschiebung der deutschen altösterreichischen Heimatvertriebenen als Zeichen für Frieden und Versöhnung – eine Gemeinschaftsinitiative des VLÖ und des Militärkommandos Niederösterreich.
Der Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) lädt in enger Zusammenarbeit mit dem Militärkommando Niederösterreich zu einer feierlichen Gedenkveranstaltung am Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, in der Birago-Kaserne in Melk ein. Anlass ist der 80. Jahrestag der Abschiebung von deutschen altösterreichischen Heimatvertriebenen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Das Jahr 1946 markiert ein tiefgreifendes und schmerzvolles Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte: Zehntausende Menschen verloren ihre angestammte Heimat und wurden unter oft dramatischen und entbehrungsreichen Bedingungen über Melk sowie ganz Österreich weitertransportiert. Die Gedenkveranstaltung auf dem Antreteplatz der Birago-Kaserne Melk widmet sich der würdevollen Erinnerung an das schwere Schicksal der Betroffenen und die Opfer von Vertreibung und Abschiebung. Zugleich soll der Festakt ein klares Bekenntnis zu Frieden, gegenseitigem Respekt und dauerhafter Versöhnung in einem geeinten Europa ablegen.
„Das Gedenken an das Schicksal der Heimatvertriebenen vor 80 Jahren ist für uns nicht nur ein Akt des ehrenden Rückblicks, sondern vor allem ein bleibender Auftrag für die Gegenwart und Zukunft“, betont VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen im VLÖ-Vorstand. „Gerade in Zeiten globaler Umbrüche müssen wir die Erinnerung an dieses schwere Kapitel wachhalten, um gemeinsam ein starkes Zeichen für Dialog, Menschlichkeit und ein friedliches Miteinander zu setzen.“
Zum Festakt werden hochrangige Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Bundes- und Landespolitik sowie zahlreiche Mitglieder der VLÖ-Partnerverbände und des Bundesheeres erwartet. „Besonders freut es uns, dass der Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Stephan Mayer MdB, ebenfalls an der Veranstaltung teilnimmt“, ergänzt Kapeller.
Historische Einordnung: Impulsvortrag zum historischen Kontext von Mag. Niklas Perzi
Gedenkworte & Ansprachen: Beiträge hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik, des BMLV sowie von den Vertriebenenorganisationen
Geistlicher Beistand: Segnung und Gebet durch den Militärpfarrer von St. Pölten (angefragt)
Totenehrung & Kranzniederlegung: Feierliches Zeremoniell zu Ehren der Opfer
Organisatorische Hinweise & Anreise: Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden organisierte Busreisen ab Wien und Linz angeboten:
Bus ab Wien: Ein 64-Sitzer-Bus der Fa. Blaguss fährt am 1. Oktober 2026 um 8:00 Uhr vom Wiener Hauptbahnhof (in der Nähe der INTERSPAR-Filiale; siehe hier) ab. Die Mitfahrt ist kostenlos. Für eine verbindliche Sitzplatzreservierung ist eine vorherige Anmeldung im VLÖ-Sekretariat persönlich, telefonisch unter 01 / 718 59 05 oder per E-Mail an sekretariat@vloe.at unbedingt erforderlich.
Bus ab Linz: Für Informationen zum Abfahrtsort, zur Abfahrtszeit und für weitere organisatorische Hinweise wenden Sie sich bitte an Herrn Rainer Ruprecht unter 0669/127 720 50 bzw. rainer.ruprecht@gmx.at.
Wichtig: Sollten Sie individuell zur Veranstaltung in Melk anreisen, bitten wir Sie aus organisatorischen Gründen ebenfalls um Ihre kurze Information an das VLÖ-Sekretariat, da wir im Vorfeld gerne eine ungefähre Teilnehmeranzahl an das Militärkommando Niederösterreich weiterleiten möchten. Vielen Dank!
Festmesse im Zeichen des mitteleuropäischen Zusammenhalts und des Gedenkens: Erinnern für den Frieden – Gemeinsames Erbe, Versöhnung und Gedenken
WIEN – Der Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) lädt gemeinsam mit dem Ritterlichen Kreuzherrenorden mit dem roten Stern am Samstag, den 26. September 2026 um 18 Uhr herzlich zu einer feierlichen Festmesse anlässlich unseres gemeinsamen mitteleuropäischen Erbes in die Wiener Karlskirche ein. Im Mittelpunkt dieser besonderen Zusammenkunft stehen der Frieden, die Versöhnung sowie die verbindende Kraft einer jahrhundertealten gemeinsamen Geschichte, welche die Völker und Kulturen Mitteleuropas tief geprägt hat.
Im Rahmen des von Erzbischof Stanislav Přibyl initiierten „Jahres der Versöhnung“ richten wir den Blick gemeinsam auf die schweren Folgen der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Der Verlust der Heimat bedeutete für unzählige Menschen tiefes Leid und schuf historische Gräben zwischen Tschechen und Deutschen. Indem wir dieses Gedenken gemeinsam gestalten, setzen wir ein starkes Zeichen des Heilens und des Dialogs – für eine vertiefte Versöhnung und ein starkes, friedliches Europa.
Zugleich begehen wir im Rahmen der Feierlichkeit das historische Gedenken an 500 Jahre Habsburger in Böhmen und Ungarn – ein Jubiläum, das eindringlich an die geschichtliche und kulturelle Verbundenheit Mitteleuropas erinnert.
Die feierliche Festmesse im Überblick:
Termin: Samstag, 26. September 2026 | Beginn: 18:00 Uhr
Ort: Karlskirche
Hauptzelebrant & Prediger: Erzbischof Stanislav Přibyl (Prag)
Musikalische Gestaltung:
Missa Solemnis von V. J. Tomášek (Krönungsmesse zur Krönung von Ferdinand I. zum König von Böhmen im Jahre 1836)
Ausführende: Kirchenchor und Kunstschule aus Rychnov nad Kněžnou, Carmina alta, Cantores cantant sowie Solisten
Musikalische Leitung: Eva Fuksová
Agape: Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle Gäste herzlich zu einer Agape eingeladen, die Raum für Begegnung, Austausch und persönliche Gespräche bietet.
Unter dem traditionsreichen Leitspruch „Heimat tief im Herzen“ lädt die Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt auch im Jahr 2026 wieder Landsleute, Freunde und Interessierte aus aller Welt zum großen Heimattreffen nach Kärnten ein.
Die diesjährige 59. Gottscheer Kulturwoche findet vom 28. Juli bis 2. August 2026 statt. Ein besonderer Fokus liegt diesmal auf dem runden Jubiläum: Unter dem Motto „Es begann 1966 – 60 Jahre Gottscheer Kulturwoche“ blickt die Gemeinschaft stolz auf sechs Jahrzehnte lebendige Traditionspflege und heimatliche Verbundenheit zurück.
Gemeinsamer Austragungsort der Festtage und Kulturveranstaltungen ist wie jedes Jahr das idyllische Ambiente von Schloss Krastowitz sowie die Gottscheer Gedächtnisstätte in Klagenfurt.
Dienstag, 28. Juli bis Donnerstag, 30. Juli: Dreitages-Fahrt in die alte Heimat (Gottschee und Umgebung).
Freitag, 31. Juli (19:30 Uhr): Offizielle Eröffnung auf Schloss Krastowitz durch den Vorsitzenden Hermann Petschauer, Grußworte der Ehrengäste und Festvortrag zu „60 Jahre Gottscheer Kulturwochen“.
Samstag, 1. August: Teilnahme einer traditionellen Gottscheer Abordnung in alten Trachten beim großen Brauchtumsumzug des 81. Villacher Kirchtags.
Sonntag, 2. August – Gottscheer Wallfahrt:
09:00 Uhr: Platzkonzert der Kolpingmusik Klagenfurt
10:00 Uhr: Feierliche Prozession zur Gedächtnisstätte, Kranzniederlegung und Festmesse mit Militärerzdekan Dr. Harald Tripp
Anschließend: Gemeinsames Mittagessen, geselliges Beisammensein und um 14:00 Uhr der traditionelle Segen nach altem Heimatbrauch.
Kultur und Kulinarik zum Mitnehmen
Neben der Pflege des Gottscheer Dialekts und des Glaubens steht auch die Erhaltung der traditionellen Küche im Fokus. Passend dazu kann über die Landsmannschaft das beliebte Kochbuch „Da Khöscht ahsima in Göttschǝab“ (Kost daheim in Gottschee) in der erweiterten 2. Auflage erworben werden (Preis: € 18,– zzgl. Porto).
Ebenfalls erhältlich ist ein umfassender Kirchenführer zur Filialkirche zum hl. Ulrich mit der Gottscheer Gedächtnisstätte Krastowitz (€ 7,– zzgl. Porto).
Die Gottscheer Landsmannschaft in Klagenfurt freut sich auf ein herzliches Wiedersehen und schöne Stunden in heimatlicher Verbundenheit!
Infobox & Kontakt für Anfragen und Bestellungen:
Auskünfte zum Programm: Hermann Petschauer (Vorsitzender) | Tel: 0650/2526199 | E-Mail: office@vm-petschauer.at
Postanschrift: Gottscheer Landsmannschaft, Postfach 43, A-9021 Klagenfurt am Wörthersee
Hinweis für Besucher: Das Bildungshaus Schloss Krastowitz bietet nach einem gelungenen Umbau auch wieder komfortable Übernachtungsmöglichkeiten direkt vor Ort an!
Zusätzliche Informationen zur Gottscheer Kulturwoche 2026 finden Sie im untenstehenden Programmheft!
Hunderttausende deutschsprachige Menschen der ehemaligen Habsburgermonarchie fanden in Österreich eine neue alte Heimat
Das Parlament eröffnete im Besuchszentrum Demokratikum – Erlebnis Parlament die Ausstellung „BLICKWECHSEL. Das Erbe Altösterreichs“. Sie widmet sich den deutschsprachigen Menschen aus Gebieten der ehemaligen Habsburgermonarchie, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich eine neue Heimat fanden – und einem europäischen Erbe, das die Republik Österreich bis heute prägt.
Rosenkranz: Aus Menschen, die ihre Heimat verloren haben, wurden Mitbürgerinnen und Mitbürger
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz eröffnete die Ausstellung mit einem Hinweis auf ihre historische und gesellschaftliche Bedeutung: „Das Parlament ist der Ort, an dem Geschichte nicht nur erinnert, sondern vielfach auch gestaltet wurde.“ Und weiter: „Politische Entscheidungen haben hier Lebenswirklichkeit geschaffen, Rechte begründet und den Rahmen dafür gesetzt, dass aus Menschen, die ihre Heimat verloren hatten, Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Republik werden konnten“. So wurde am 29. Juni 1954 das sogenannte Optionsgesetz im Bundesrat behandelt, durch das viele Altösterreicherinnen und Altösterreicher die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen konnten.
Die Ausstellung erzählt eine Geschichte, die weit vor 1945 beginnt. Mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie 1918 fanden sich Hunderttausende deutschsprachige Menschen außerhalb der Republik Österreich wieder. In den Gebieten des heutigen Tschechien, der Slowakei, Polens, Ungarns, Rumäniens, Serbiens, Kroatiens und Sloweniens waren sie seit Jahrhunderten ansässig und Teil einer vielsprachigen, kulturell verflochtenen Gesellschaft. Zwischen 1944 und 1947 wurden viele von ihnen zur Flucht gezwungen oder vertrieben. Viele gelangten in das vom Krieg gezeichnete Österreich, wo ein schwieriger, aber erfolgreicher Integrationsprozess begann.
Kurator Kührer-Wielach: Facettenreichtum war überraschend
Kurator der Ausstellung ist Florian Kührer-Wielach, Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auch er lernte bei der Recherche zu den Altösterreicherinnen und Altösterreichern Neues kennen: „Ich durfte mich auf eine der interessantesten beruflichen Reisen meines Lebens zu einem Thema begeben, das mir einerseits sehr vertraut ist, dessen Facettenreichtum mich aber in den vergangenen Monaten mehrmals überrascht hat.“
Zur inhaltlichen Ausrichtung meinte Kührer-Wielach, dass Flucht- und Vertreibungsereignisse zentrale Momente dargestellt haben. So zeigen die Debatten im Hohen Haus nach dem Zweiten Weltkrieg, „wie sich Republik und Gesellschaft zuerst zögerlich, aber Schritt für Schritt dazu bekannten, die deutschsprachigen Flüchtlinge und Vertriebenen formal und realpolitisch zu integrieren“.
Erinnerungsstücke der Flucht: Spielzeuge und Gebetsbücher
Eine Litfaßsäule im Demokratikum macht anhand ausgewählter Beispiele sichtbar, wie dieses europäische Erbe Österreich bis heute prägt. Ergänzend dazu zeigen Schaukästen persönliche Erinnerungsstücke, die Leihgeberinnen und Leihgeber zur Verfügung gestellt haben: Kinderspielzeuge, Gebetsbücher, historische Ausweisdokumente und Aufenthaltsgenehmigungen erzählen von individuellen Schicksalen zwischen Verlust und Neubeginn. Eine multimediale Installation mit integrierter Videowall vermittelt die Inhalte auf zeitgemäße und niederschwellige Weise.
Die Ausstellung verweist auch auf die politische Dimension des Themas: Zu den Altösterreicherinnen und Altösterreichern zählten die ersten drei Bundespräsidenten der Zweiten Republik ebenso wie zahlreiche Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Auch das Parlament selbst befasste sich in der Nachkriegszeit mit der Lage der Vertriebenen – mit Fragen der Staatsbürgerschaft, der sozialen Sicherung und der politischen Teilhabe.
Wien – Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, wurde im feierlichen Rahmen des „Hauses der Heimat“ in Wien die Wanderausstellung „Die Schönbornfranken – Von Franken nach Transkarpatien“ eröffnet. Die Veranstaltung, die in enger Kooperation zwischen dem Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ), der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland und der Paneuropabewegung Österreich realisiert wurde, bot den anwesenden Gästen und Vertretern der Landsmannschaften einen tiefen Einblick in eine weitgehend unbekannte deutsche Minderheitsgeschichte. Die Ausstellung beleuchtet die rund 300-jährige, wechselvolle Geschichte der deutschen Gemeinschaft in der westukrainischen Region Transkarpatien (Karpatenukraine) und schlägt gleichzeitig den Bogen zur gegenwärtigen, von schwerer Not geprägten humanitären Situation vor Ort.
Bildtext: Im Bild (v.l.n.r.): Rainhard Kloucek (Paneuropabewegung Österreich); Sebastian Machnitzke (Stiftung Verbundenheit), Mag. Gerhard Schiestl (VLÖ-Vizepräsident), Ing. Norbert Kapeller (VLÖ-Präsident), Hartmut Koschyk (Stiftung Verbundenheit); Dr. Rüdiger Stix (VLÖ-Vizepräsident)
Feierliche Eröffnung und das Grußwort aus der Ukraine
VLÖ-Präsident Norbert Kapeller hieß die Gäste im „Rudolf-Reimann-Saal“ herzlich willkommen und unterstrich in seiner Eröffnungsrede die tiefe historische Verwurzelung der altösterreichischen und deutschen Gemeinschaften in Ost- und Mitteleuropa. Kapeller hob hervor, dass Transkarpatien mit seiner multikulturellen Struktur – geprägt von österreichischen, ungarischen, rumänischen, ukrainischen und deutschen Einflüssen – seit jeher ein europäisches Musterbeispiel für friedliches Zusammenleben darstelle.
Besonders emotional gestaltete sich das Verlesen des Grußwortes von Julia Tayps, der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Mukatschewo, Leiterin des dortigen „Deutschen Hauses“ und zentralen Vertreterin der deutschen Gemeinschaft in der Ukraine. Frau Tayps musste ihre Teilnahme an der gestrigen Veranstaltung kurzfristig absagen, übermittelte jedoch eine kraftvolle Botschaft, die von Norbert Kapeller vorgetragen wurde.
In ihrem Grußwort erinnerte Tayps an den geschichtlichen Ursprung, als Graf Schönborn im 18. Jahrhundert nach verheerenden Kriegen und Seuchen gezielt deutsche Siedler, Handwerker und Landwirte in das damalige Oberungarn rief: „Sie brachten nicht nur ihre Sprache und Kultur mit, sondern auch handwerkliche Fähigkeiten, landwirtschaftliche Kenntnisse und eine besondere Arbeitskultur.“ Heute verstehe sich das 2018 gegründete und seit 2023 in einer eigenen Immobilie untergebrachte „Deutsche Haus“ in Mukatschewo als lebendiges Zentrum für Sprachkurse, Kultur- und Jugendprojekte sowie als unentbehrlicher Ankerpunkt für humanitäre Hilfe inmitten des anhaltenden russischen Angriffskrieges.
Ausstellungspräsentation durch Hartmut Koschyk: Von der historischen Kolonisation zur „Humanitären Brücke“
Die inhaltliche Einführung in die Ausstellung übernahm Hartmut Koschyk, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages und Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Koschyk, der auch der Stiftung Verbundenheit vorsteht, führte das Publikum anhand einer detaillierten Präsentation durch die historischen Meilensteine der Schönbornfranken:
Die Ursprünge: Beginnend mit dem Reichserzkanzler Lothar Franz von Schönborn und dessen Nachfolger Friedrich Karl von Schönborn, die ab den 1720er-Jahren gezielt mainfränkische Familien zur Ansiedlung bewegten, um die Region wirtschaftlich zu beleben. Missernten, Armut und hohe Kindersterblichkeit in der fränkischen Heimat trieben die Menschen ab 1730 zur Auswanderung an, gelockt durch die Gewährung von kostenlosem Baumaterial und dreijähriger Steuerfreiheit.
Blütezeit und Tragödie: Koschyk zeichnete den Weg über die wirtschaftliche Blütezeit im späten 18. Jahrhundert (mit vorindustriellen Großbetrieben, Textil- und Forstwirtschaft) bis hin zu den tiefen Einschnitten des 20. Jahrhunderts nach. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurden rund 8.000 der knapp 14.000 Karpatendeutschen deportiert – ein schweres historisches Trauma, das die Gemeinschaft bis heute prägt.
Die heutige Brückenfunktion und akute Hilfe: Heute zählt die deutsche Minderheit in der gesamten Ukraine etwa 33.000 Mitglieder, koordiniert durch den Rat der Deutschen der Ukraine (RDU).
Koschyk verdeutlichte eindringlich, dass die historische Aufarbeitung kein reiner Selbstzweck ist. Auf Initiative der Stiftung Verbundenheit und mit Unterstützung aus Haushaltsmitteln des Deutschen Bundestages konnten zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden. So wurde das „Deutsche Haus“ in Mukatschewo jüngst mit einer modernen Solaranlage als „Sonnendach“ ausgestattet, um den regelmäßigen, kriegsbedingten Stromausfällen im Winter zu trotzen und die Fortführung der humanitären Verteilungsprozesse zu garantieren.
Darüber hinaus berichtete Koschyk von der „Humanitären Brücke Oberfranken – Transkarpatien“. Über Aktionen wie „Sternstunden – Wir helfen Kindern“ flossen beispielsweise Fördergelder in Höhe von 36.000 Euro in das Kinderkrankenhaus Mukatschewo, um dringend benötigte medizinische Geräte, Ultraschallgeräte, Krankenbetten sowie physiotherapeutisches Equipment für behinderte Kinder zu beschaffen. Auch die kulturelle Dimension kam zur Sprache, etwa durch das „Bayreuther Fastenessen 2025“, bei dem der römisch-katholische Bischof Mykola Petro Luchok aus Mukatschewo über das interethnische Zusammenleben referierte.
Authentische Berichte direkt aus der Ukraine
Den bewegenden Abschluss des offiziellen Teils bildete das Wort der ukrainisch-deutschen Journalistin und Filmemacherin Lene Dej, die für die Ausstellungseröffnung eigens aus Uschgorod nach Wien gereist war. Dej gab den Gästen einen ungeschminkten, tiefgehenden Einblick in den Alltag der Menschen vor Ort und schilderte, unter welchen psychischen und logistischen Belastungen das kulturelle und soziale Leben der Minderheit aufrechterhalten wird. Sie dankte den österreichischen und deutschen Partnern für das unermüdliche Engagement, das weit über symbolische Gesten hinausgehe und den Menschen in der Ukraine wertvolle Hoffnung und tatkräftige Lebenshilfe spende.
Fazit und Ausstellungsdetails
Die Wanderausstellung, die auf der wissenschaftlichen Forschungsarbeit des Historikers Dr. Rudolf Distler fußt und von der Stiftung Verbundenheit populärwissenschaftlich aufbereitet wurde, war bereits in mehreren deutschen Städten wie München, Bamberg und Würzburg zu sehen. Sie zeigt eindrucksvoll, wie aus historischen Migrationsbewegungen lebendige, europäische Partnerschaften erwachsen, die gerade in Krisenzeiten wie den heutigen eine unersetzliche Säule der Solidarität bilden.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Ausstellung kann bis zum Herbst im „Rudolf-Reimann-Saal“ des „Hauses der Heimat“ von Montag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr besichtigt werden. Bitte berücksichtigen Sie allfällige Schließtage während der Sommerpause, die aber noch rechtzeitig bekanntgegeben werden. Gerne empfehlen wir Ihnen eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem VLÖ-Sekretariat unter 01/7185905 bzw. sekretariat@vloe.at wenn Sie die Ausstellung (auch zu gesonderten Zeiten) besuchen möchten.