Die Bezeichnung „Karpatendeutsche“ etablierte sich in der Zwischenkriegszeit in Analogie zu den „Sudetendeutschen“. Sie bezeichnet die deutsche Bevölkerung, die bis 1945 hauptsächlich in der Slowakei (ehemaliges Oberungarn) ansässig war. Der Begriff ist geografisch nicht ganz präzise, da das Karpatengebirge weit über die Slowakei hinausreicht, hat sich jedoch eingebürgert. Aus sachlicher Sicht wäre die Bezeichnung „Slowakeideutsche“ (oder „Deutsche in der Slowakei“) angemessener.
Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, wurde im feierlichen Rahmen des „Hauses der Heimat“ in Wien die Wanderausstellung „Die Schönbornfranken – Von Franken nach Transkarpatien“ eröffnet.
Drei Jahrzehnte nach der Schlacht am Kahlenberg und der Befreiung Wiens von der türkischen Belagerung wurde das Banat, dieses zwischen Donau, Theiß, Marosch und den Karpaten liegende 28.523 km² große Land, 1716 als letztes ungarisches Gebiet nach 164 Jahren durch Prinz Eugen von der osmanischen Herrschaft befreit. Nach Auffassung Prinz Eugens sollte dieses wichtige Grenzland als Keil zwischen den damals aufständigen Madjaren (Kuruzenkriege) und den ihnen freundlich gesinnten Türken ausgebaut werden. So wurde das neu erworbene Banat zu einer Krondomäne und blieb ein unveräußerliches königliches Gut mit zunächst nur geschätzten 85.000 Einwohnern. Der Wiener Hof war jedoch in der Folgezeit bemüht, das Banat in ein vorbildliches Gebiet der Monarchie zu verwandeln.
Drei Habsburger Kaiser waren es, unter deren Regierung sich die nun einsetzenden „Schwabenzüge“ ins Banat ergossen: Erster Schwabenzug unter Kaiser Karl VI. 1723-1726; Zweiter Schwabenzug unter Maria Theresia 1763- 1773 und Dritter Schwabenzug unter Joseph II. 1782-1787. Das Kolonisationswerk selbst wurde in der Planung und Durchführung von Wien aus vorgenommen und zählte trotz aller zeitbedingten Mängel mit zu den großen Leistungen Österreichs in der Zeit des 18. Jahrhunderts. Die angeworbenen Familien kamen aus mehr als 40 Auswanderungsgebieten, hauptsächlich aber aus Lothringen, Elsass, Luxemburg, Franken, Baden, Sauerland und Schwaben. Im Jahre 1734 befanden sich im Banat bereits 46 deutsche Ortschaften.
Im Zeitraum von 1763-1770 stieg die Zahl der Deutschen im Banat von etwa 24.000 auf 43.000. Bis 1773 wurden 31 Ortschaften neu gegründet und 29 Siedlungen erweitert. Die Großtat der Siedler bestand in der Umwandlung des Banats in eine der ertragreichsten Kornkammern Europas. Das Banat wurde jedoch im Jahre 1778 laut Vertrag, den Maria Theresia 1741 mit den Ungarn geschlossen hatte, Ungarn einverleibt. Joseph II. verkaufte 164 Banater Orte in öffentlichen Versteigerungen an den Meistbietenden. Die deutschen Bauern, die vorher nur der Hofkammer unterstanden, wurden wieder Leibeigene. Im dritten Schwabenzug kamen nochmals rund 13.500 Personen ins Banat.
Temeschwar
Nach der Revolution 1848/49 entstand die „Woiwodschaft Serbien und Temeser Banat“ mit deutscher Amtssprache. Die neue „Woiwodschaft“, deren Hauptstadt Temeswar wurde, umfasste neben dem Banat auch die Batschka und die Rumaer und Illoker Bezirke des Komitates Syrmien und war unmittelbar der Reichsregierung in Wien unterstellt. Die Bevölkerung der gesamten Woiwodschaft betrug im Jahre 1851 knapp 1,4 Millionen Menschen, davon rund 400.000 Serben, 300.000 Deutsche, 300.000 Rumänen, 250.000 Ungarn und 13.000 Juden.
Mit Wirkung vom 1. Jänner 1861 löste sich die Woiwodschaft auf, und das Banat wurde ein zweites Mal dem Königreich Ungarn einverleibt. Mit dem österreichisch-ungarischen „Ausgleich“ von 1867 wurden die 1,8 Millionen Deutschen der ungarischen Reichshälfte dem ungarischen Nationalismus ausgeliefert. Das deutsche Schulwesen wurde nach und nach erdrosselt. Die deutschen Zeitungen des Banates schmolzen von 37 im Jahre 1889 auf 12 im Jahre 1910 zusammen.
Am 30. Dezember 1906 wird in Werschetz die „Ungarländische Deutsche Volkspartei“ gegründet. Sie stellte sich die Aufgabe, die Überfremdung abzuwehren und die im Nationalitätengesetz von 1868 den Volksgruppen zugesagten Rechte durchzusetzen. Die Volkszählung im Jahre 1910 wies im Banat unter 1.852.439 Einwohnern 512.601 (27,6%) Deutsche auf.
Die katholische Pfarrkirche von Werschetz
Der Ausgang des I. Weltkrieges brachte das Ende der k.u.k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Der Friedensvertrag von Trianon (04.06.1920) zerstückelte das Banat in drei Teile: 18.945 km² fielen an Rumänien, 9.307 km² kamen zu Jugoslawien und 217 km² verblieben bei Ungarn. Im neuen Vaterland Rumänien gingen die Banater Schwaben zielstrebig an die Aufbauarbeit. Nach 1933 mischte sich die deutsche Reichsregierung immer häufiger in die Angelegenheiten der deutschen Volksgruppe ein, bis die rumänische Regierung mit Dekret vom 21. November 1940 diese als juristische Person öffentlichen Rechtes anerkannte.
Ab Mai 1943 wurden auf Grund eines Abkommens zwischen Rumänien und dem Dritten Reich Rumäniendeutsche in die deutschen Wehrverbände eingezogen. Ca. 8.500 von ihnen sind im Zweiten Weltkrieg gefallen. Der Umsturz in Rumänien vom 23. August 1944 hat die Deutschen in Rumänien hart getroffen: Politische, wirtschaftliche, kirchliche und kulturelle Organisationen wurden aufgelöst und verboten. Vertrieben wurden die Deutschen aber nicht – im Januar 1945 wurde die arbeitsfähige deutsche Bevölkerung zur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Durch die Bodenreform im März 1945 verlor die bäuerliche Bevölkerung ihre Existenzgrundlage. Im Sommer des Jahres 1951 wurden 40.000 Menschen entlang der jugoslawischen Grenze in die Baragan-Steppe zwangsumgesiedelt. Die kulturell-ethische Überlebenschance der Volksgruppe wurde unter dem Assimilationsdruck der Ceausescu-Diktatur immer geringer, hinzu kam ab 1951 im Rahmen der Familienzusammenführung eine Rückwanderung Deutscher aus dem kommunistischen Rumänien in den Westen.
Im Zeitraum von 1950-1992 beteiligten sich an der Aussiedlung rund 200.000 Banater Schwaben. Im Jahre 1950 waren es über 50.000, die in das Land ihrer Vorfahren zurückwanderten. Bei der Volkszählung vom Januar 1948 gaben in Rumänien nur mehr 343.913 Personen Deutsch als Muttersprache an, davon im Banat 171.022. Bei der Volkszählung im Oktober 2011 lebten im rumänischen Banat 14.523 Deutsche, davon im Kreise Karsch-Severin 3.070, im Kreis Temesch 8.497 und im Kreis Arad, der geographisch nur zum Teil zum Banat gehört, 2.956 Personen.
Beim Herannahen der Front im September 1944 zogen zahlreiche Wagenkolonnen mit Flüchtlingen aus dem Banat nach Österreich. Die meisten von ihnen verbrachten den Winter 1944/45 im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich sowie Salzburg. Schon im Frühjahr 1945 lief eine Repatriierung der in der russischen Zone Österreichs befindlichen Flüchtlinge an. Unter russischer Eskorte fuhren vom Arsenal in Wien die Trecks der Volksdeutschen in ihre Heimat zurück. Nach Angaben des Bundesministeriums für Inneres befand sich die folgende Anzahl von Flüchtlingen aus Rumänien in Österreich. 01.01.1948: 56.601 Personen und 01.07.1956: 20.735 Personen. Rund 18.000 Banater Schwaben aus Rumänien fanden in Österreich eine neue Heimat.
Das Demokratische Forum der Deutschen im Banat, Temeswar, das Ortsforum Arad sowie das Ortsforum Reschitza vertreten die Belange unserer Landsleute im Banat. Der „Verein der Banater Schwaben Österreichs“ will neben der Geselligkeit die in der ehemaligen Heimat gewachsenen Verbindungen pflegen und weiterentwickeln. Gleichzeitig bemüht er sich, die Verbindung zu den in der alten Heimat verbliebenen Landsleuten aufrecht zu erhalten sowie ihnen Hilfe zukommen zu lassen. In seinem Bemühen wird er von der Heimatzeitung „Banater Post“ tatkräftig unterstützt. Sie wird in vielen Staaten Europas und in Übersee gelesen.
Der bereits 1907 gegründete ‚Verein der Banater Schwaben Österreichs‘ will, neben der Geselligkeit und der Pflege des heimatlichen Dialekts, den Kontakt zu den in der ehemaligen Heimat verbliebenen Landsleuten aufrechterhalten sowie neu entstandene Verbindungen pflegen und vertiefen. Dabei stehen literarische Darbietungen und Vorträge im Vordergrund. In seinem Bestreben wird der Verein von der in vielen Staaten Europas und in Übersee gelesenen Heimatzeitung ‚Banater Post‘ tatkräftig unterstützt.
Die Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft in Österreich (DAG) feierte 2009 ihr 60-jähriges Gründungsjubiläum. Was 1949 als politischer Arm der aus der angestammten Heimat vertriebenen Donauschwaben auf den Trümmern eines zerstörten Landes ins Leben gerufen wurde, war angesichts der damaligen Verhältnisse richtig und wichtig. Die DAG wollte den namenlosen Donauschwaben, denen der gesamte Besitz und die Staatsbürgerschaft genommen worden waren, eine Stimme in der Öffentlichkeit geben, um das Unrecht hörbar zu machen. Zwischen der Vertreibung im Spätherbst 1944 und der Gründung der DAG lagen fast fünf Jahre. Zwei Jahre nach Kriegsende setzte eine zweite Welle von donauschwäbischen Flüchtlingen nach Österreich ein. Während die österreichische Bundesregierung auf einen raschen Abschub der Volksdeutschen durch die Alliierten nach Deutschland oder auf deren Abwanderung hoffte, sprach sich die DAG für einen Verbleib in Österreich aus.
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) ist überparteilich und gliedert sich in einen Bundesverband und die Landesverbände Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, sowie Wien, Niederösterreich und Burgenland und den Kulturverband der Südmährer in Österreich. Die Landesverbände bestehen aus Heimatgruppen der regionalen Herkunft, aber auch überregionalen Gliederungen wie Bezirksgruppen, in denen das eigene kulturelle und geistige Erbe gepflegt wird. Bundesobmann der SLÖ ist seit März 2023 Dr. Rüdiger Stix. Aktuelle Nachrichten bringt der Sudetendeutsche Pressedienst (SdP) täglich digital von Montag bis Donnerstag sowie die „Sudetenpost“, die einmal im Monat erscheint.
Am vergangenen Freitag nahmen wir in der großen Halle des Wiener Zentralfriedhofs von SLÖEhrenobmann und VLÖ-Vizepräsident, LAbg. u. GR a.D. Gerhard Zeihsel, der am 12.4. im 85. Lebensjahr plötzlich und unerwartet verstorben war, feierlich Abschied.
Nach der Eröffnung der Verabschiedung durch hinführende Worte von unserem Landsmann, em. Domdekan zu St. Stephan, Prälat Karl Rühringer und Fürbitten für den Verstorbenen durch den VLÖ-Vorstand sprachen VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller, SLÖ-Bundesobmann DDr. Rüdiger Stix, Steffen Hörtler (Landes- und stellv. Bundesvorsitzender der SL, BdV-Vizepräsident), Dr. Reinfried Vogler (Vorsitzender der SL-Bundesversammlung a.D.), HR Hubert Rogelböck (SdJÖ), Josef Eichmair (VdSt Sudetia), Anneliese Kitzmüller, 3. NR-Präsidentin a.D., Veronika Matiasek, 2. Wiener Landstagspräsidentin a.D. und Abg. z. NR Mag. Dr. Gudrun Kugler jeweils in sehr persönlichen, berührenden Worten über den lieben Verstorbenen.
Unser Mitgefühl gilt vor allem seiner Familie, zuvorderst der trauernden Witwe Reinhilde, die ihn in jeder Lebenslage aktiv unterstützte.
Bitte sehen Sie hier unsere Bilder (und Videos) von diesem bewegenden Abschied von einem großen Landsmann, der sich sein Leben lang für die Ansprüche und Rechte der Sudetendeutschen mit all seiner Tatkraft einsetzte. Weitere Bilder bekamen wir von Eva-Maria Glück.
Der Ehrenobmann des Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) verstarb am Freitag, den 12. April 2024.
„Gestern hat uns die traurige Nachricht ereilt, dass Gerhard Zeihsel von uns gegangen ist“, zeigt sich VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller gemeinsam mit seinen VLÖ-Vorstandskolleginnen und -kollegen, zuvorderst SLÖ-Bundesobmann DDr. Rüdiger Stix, tief betroffen über das Ableben des langjährigen Vorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), der auch über Jahre die Funktion des Vizepräsidenten des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) bekleidete sowie als Vorstandsmitglied der Stiftung der deutschsprachigen Heimatvertriebenen fungierte.
„Gerhard Zeihsel, dessen Vater aus Damitz in Südmähren und seine Mutter aus Brünn-Kumrowitz abstammten, wurde am 21. Dezember 1939 in Wien geboten. In den 1950er Jahren zeigte er schon ehrenamtliches Engagement in der Sudetendeutschen Jugend Österreichs und war über Jahrzehnte in vielerlei Funktionen in der Sudetendeutschen Landsmannschaft tätig, deren Vorsitz er im September 2000 in der Nachfolge von Karsten Eder übernahm. Darüber hinaus war unter anderem auch als Mitglied des Sudetendeutschen Rates in München sowie als Vizepräsident der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft tätig“, so Kapeller und Stix gemeinsam über ihren Freund und Weggefährten. „In den vergangenen Jahren widmete er sich dabei noch immer unermüdlich insbesondere der Pressearbeit, wobei natürlich der Sudetendeutsche Pressedienst (SdP) und insbesondere die Sudetenpost seine bekannten Steckenpferde waren. Und so setzte er wahrlich seine gesamte Kraft dafür ein, dass das an den sudetendeutschen Heimatvertriebenen begangene Unrecht nicht in Vergessenheit gerät und dass nach wie vor offene Fragen der Entschädigung immer wieder mit entsprechendem Nachdruck thematisiert wurden“, so die beiden gemeinsam über Gerhard Zeihsel, der bis zuletzt ebenfalls noch die Funktion des Obmannes des Sudetendeutschen Pressevereines bekleidete.
„Noch gestern erwarteten wir unseren Freund Gerhard zu einer noch von ihm mitorganisierten Veranstaltung der ‚Charles-Sealsfield-Gesellschaft’ im Festsaal des Hauses der Heimat. Doch leider kam es nicht mehr dazu“, so Kapeller in tiefer Trauer, der mit seiner Gattin Bettina für ein würdevolles Blumenarrangement sorgte und gemeinsam mit den Anwesenden im vollbesetzten Saal Gerhard Zeihsel die letzte Ehre erwies.
„Unser sudetendeutscher Landsmann Gerhard Zeihsel hat für immer die Augen geschlossen, er lebt aber in Gedanken und im Herzen seiner Freunde und Weggefährten weiter, die sich in Demut von ihm verabschieden und ihm ein Dankeschön für die gemeinsame Zeit nachrufen. Im Namen des gesamten Vorstandes und der Gemeinschaft der Heimatvertriebenen sprechen wir seiner Gattin Reinhilde und seinen Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl aus“, zeigen sich VLÖ-Präsident Norbert Kapeller und SLÖ-Bundesobmann DDr. Rüdiger Stix tief betroffen über das plötzliche Ableben eines großen Sudetendeutschen.
Buchpräsentation mit Univ.-Prof. Dr. Arnold Suppan im „Haus der Heimat“
Einen besonderen Gast konnte VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller am Dienstagabend, den 9. April 2024 im „Haus der Heimat“ begrüßen: Univ.-Prof. Dr. Arnold Suppan stellte den interessierten Gästen sein Buch ‚1000 Jahre Nachbarschaft: „Österreicher“, „Tschechen“ und „Sudetendeutsche“ vor, welches im Jahr 2023 im Umfang von 987 Seiten im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erschienen ist.
„Diese Synthese stellt die nachbarschaftliche Entwicklung der deutsch- und tschechischsprachigen Einwohner im Donau- und Sudetenraum vom 9. bis ins beginnende 21. Jahrhundert dar. Die Darstellung berücksichtigt dabei die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung über die Jahrhunderte ebenso wie die Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Hierbei werden vorerst die Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Heiligen Römischen Reich unter den verschiedenen Herrschergeschlechtern – besonders der Přemysliden, Babenberger, Luxemburger und frühen Habsburger – verglichen, ab 1526 die gemeinsame Geschichte in der Habsburgermonarchie mit den Auseinandersetzungen im Dreißigjährigen Krieg und den Reformen unter Maria Theresia und Joseph II. dargestellt“, so Suppan über sein Buch.
Besonders hervorgehoben wird das Jahrhundert der nationalen „Konfliktgemeinschaft“ – der österreichisch-tschechischen wie der tschechisch-deutschen – zwischen 1848 und 1948, das sowohl das Zeitalter Franz Josephs und den Ersten Weltkrieg als auch die Erste Republik in Österreich und der Tschechoslowakei sowie die Zivilisationsbrüche in der Zeit der NS-Herrschaft und des Zweiten Weltkrieges, schließlich Vertreibung und Zwangsaussiedlung nach 1945 erfasst. Eigene Schwerpunkte stellen der Vertrag von Saint-Germain 1919, das Münchner Abkommen 1938 und die „Beneš-Dekrete“ dar. Abschließend werden die Trennung durch den „Eisernen Vorhang“ 1948, die gesellschaftspolitische Wende von 1989/90 und die neue Nachbarschaft in der EU erörtert.
v.l.n.r.: VLÖ-Vizepräsident Mag. Gerhard Schiestl, Univ.-Prof. Dr. Arnold Suppan, SLÖ-Bundesobmann Dr. Rüdiger Stix, VLÖ-Präsident Ing. Norbert Kapeller
1000 Jahre Nachbarschaft: „Österreicher“, „Tschechen“ und „Sudetendeutsche“
Auf eine weitere Veranstaltung im Kulturzentrum „Haus der Heimat“ am Dienstag, den 9. April 2024 um 18 Uhr weist VLÖ-Präsident Norbert Kapeller gemeinsam mit den VLÖ-Vorstandsmitgliedern hin: „Wir freuen uns besonders, dass Univ.-Prof. Dr. Arnold Suppan sein Buch ‚1000 Jahre Nachbarschaft: „Österreicher“, „Tschechen“ und „Sudetendeutsche“ bei uns im Haus präsentieren wird“, so die VLÖ-Verantwortlichen über den österreichischen Historiker, dessen Buch 2023 im Umfang von 987 Seiten im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erschienen ist.
„Wir bitten interessierte Gäste aus organisatorischen Gründen bereits jetzt um ihre Anmeldung unter 01/7185905 bzw. sekretariat@vloe.at“, ergänzt Kapeller, der sich gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom VLÖ-Vorstand auf diese Veranstaltung im Kulturzentrum „Haus der Heimat“ freut.